PatientIn „kielfisch“ | 19. Feb. 2018

Moin aus Kiel,
ich habe 1989 die Diagnose MS erhalten. Außer 9 Monate Imurek habe ich keine Therapie gehabt. Erst hieß es, zu teuer mein Budget lässt es nicht zu, dann hieß es, das Zeitfenster ist zu. Nach Schubförmigen Verlauf wurde es dann sec.chronisch progredient. Seit 3,5 Jahren brauche ich jetzt einen Rollstuhl. Ich lebe allein und versuche mit entzündungshemmender Ernährung und viel Physiotherapie eine weitere Veschlechterung zu vermeiden. Gibt es noch eine Option??
Freundliche Grüße und Dankeschön

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|19. Feb. 2018

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

die möglichen Optionen bei einen chronisch progendienten Verlauf (SPMS) sind begrenzt.

Sind bei dem Erkrankungsverlauf noch MS-Schübe vorhanden, können die Interferon beta 1a und 1b noch eingesetzt werden. Auch Mitoxantron ist noch eine Option, allerdings ist die Behandlung mit Nebenwirkungen versehen:
> 10 %: Haarausfall (20 %), knochenmarktoxisch (Leukopenie, Thrombopenie)
1 - 10 %: allerg. Reaktionen (Exanthem, Atemnot, Blutdruckabfall), Müdigkeit, Schwäche, Immunsuppression, Fieber, Atemnot, Amenorrhoe, Übelkeit mit Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, GIT-Blutungen
Eine weitere Option wären auch Kortisongaben alle 3 Monate (i.v. oder intrathekal), die früher häufiger empfohlen wurde und heute wegen den bekannten Nebenwirkungen nur noch in Einzelfällen durchgeführt wird. Auch Cyclophosphamid (ein Zytostatikum und Immunsuppresivum) kann eingesetzt werden.

Viel erreichen kann man auch durch eine Optimierung der symptomatischen Behandlung.
Insgesamt bleibt es allerdings schwierig, gerade dann, wenn keine Schübe mehr bestehen. Eine individuelle Beratung sollten Sie sich allerdings nochmals in einem MS-Zentrum einholen.

Mit freundlichen Grüßen

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