PatientIn „Thorsten“ | 24. Aug. 2017

Hallo, ich bin noch ganz frisch dabei. 30.06 gab es die Diagnose, die natürlich erstmal derb war, doch die auch viele Fragen beantwortet hat. Die letzten 2 Jahre haben meine Frau und ich uns oft gesagt, irgendwas stimmt nicht, irgendwas ist anders. MS gab die Antwort, Beinah´ befreiend! Doch nun stellen sich neue Fragen. Was steht mir an Unterstützung zu. Ich meine kein Geld, sondern Therapien, Kuren, Anwendungen etc. Was kann ich wo und wie beantragen? Ich möchte nämlich nicht erst ins Krankenhaus MÜSSEN, weil es nicht mehr anders geht, ich möchte Orte wie diese ausuchen, um präventiv zu handeln. Meiner derzeitigen Ärztin kann ich diese Fragen nicht stellen. Ich werde "abgespeist" mit Überwachung per Blutabnahme. Aber die Sorge frisst mich auf, dass ich mehr tun sollte, um den "JETZT-Zustand" zu halten. Was könnten sie mit empfehlen?
MfG., Thorsten

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Carsten Sievers
Neurologe|31. Okt. 2018

Hallo Torsten,

ja, bei einer neuen Diagnose tauchen sehr viele Fragen auf, einige kann man hier beantworten.

Ihnen steht zunächst einmal zu was die Kasse (gesetzlich versichert?) vorsieht, das ist in erster Linie eine ärztliche Behandlung und eine medikamentöse Therapie, vielleicht auch Heil- und Hilfmittel, eine Rehabilitationsbehandlung, ein Nachteilsausgleich usw. Hierzu kann man alle wissenschaftlich begründeten Empfehlungen zum Medizinischen (nicht immer aber oft) allgemeinverständlich in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, DGN finden.

Es fehlen Informationen u.a. über ihren körperlichen Zustand um nährere Angaben machen zu können, es ist aber hier auch nicht möglich alle Möglichkeiten unseres Gesundheits- und Sozialsystems aufzuführen, und erst recht nicht in die die Details zu gehen.

Das wichtigtste zur Erhaltung des Status quo ist eine medikamentöse, krankheitsmodfizierende Therapie, die zu einer Inaktivität der MS führt. Das bedeutet, das keine Schübe (bei schubförmiger MS), keine Aktivität im regelmäßig kontrollierten MRT und keine Zunahme neurologischer Ausfälle mehr nachweisbar sein soll, falls doch muss die Therapie geändert werden.

Ferner gilt: nicht! rauchen, Vitamin D und B12 checken, Vermeidung einer Erhöhung der Körperkerntemperatur etwa durch Fieber, extremes Saunieren oder Sonnenbaden.

Daneben gibt es zahlreiche medikamentöse Therapien gegen Symptome und die bereits genannten weiteren und noch mehr ungenannte Möglichkeiten.

Wenn sie Ihrer Ärztin diese Fragen nicht stellen können, liegt das Problem entweder bei Ihnen oder Sie könnten eine andere(n) Arzt/Ärztin benötigen, ein auf MS spezialisierter Neurologe kann sich zur Erhaltung des Status quo sehr rentieren. Solche Ärzte können zB über ein DMSG-Zertifikat oder die Homepage von Neurotransconcept gefunden werden.  Vielleicht ist die Mitgliedschaft in einer Selbsthilfeorganisation für Sie hilfreich.

MfG 

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