PatientIn „Dodo“ | 22. Nov. 2018

Guten Tag!
Lieben Dank, Herr Dr. med. Detlev Schneider, für die rasche Antwort. (Simplex- Infektion hatte ich bisher erst eine - da sind meine IgG- leider auch ständig positiv;)
Zur Impfung: handelt es sich dabei nicht um einen Lenbendimpfstoff, der bei MS eigentlich nicht verwendet werden sollte?

Es trudeln viele "gut gemeinte" Tips bei mir ein. Als aufgeschlossener Mensch nehme ich nicht alles für "bare Münze". So kommen Tips zu Lactoferrin (welches ich einmal äußerlich anwenden solle - noch kein Produkt hierzu gefunden, oder dann auch wieder innerlich) und am besten mit kolloidalem Silber. Zu letzterem stehe ich etwas kritisch.
Mich würde ihre Meinung und vielleicht sogar Erfahrung hierzu interessieren.

Mit lieben Grüßen
Dodo

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|23. Nov. 2018

Sehr geehrte Fragestellerin,

in Deutschland sind zwei unterschiedliche Impfstoffe gegen Herpes zoster für Personen ab 50 Jahren zugelassen und verfügbar: ein Lebendimpfstoff (Zostavax®) und ein Totimpfstoff mit Wirkverstärker (Shingrix®). Während für den Lebendimpfstoff nur eine Impfdosis erforderlich ist, muss der Totimpfstoff in zwei Impfdosen im Abstand von 2 Monaten verabreicht werden.Die Impfung mit dem Herpes-zoster-Lebendimpfstoff wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) derzeit nicht als Standardimpfung empfohlen (Epid. Bull. 34/18 und Epid. Bull. 36/17) (Informationen vom RKI).
Nähere und wesentliche detailliertere Informationen finden Sie hier: https://www.rki.de/DE/Content/...

Lactoferrin ist mir nicht bekannt.
Eine wirksame Immunprophylaxe gibt es bislang gegenüber HSV-Infektionen noch nicht. Ein bereits am Menschen getesteter Glykoprotein-basierter Impfstoff zeigte eine ungenügende Wirksamkeit. Bei Impfstoffen auf der Basis rekombinanter Viren war bisher von Nachteil, dass es zur Etablierung einer latenten Infektion sowie zur Entstehung von Rekombinanten nach Koinfektion mit einem Wildtyp-HSV kam. Derzeit wird an der Entwicklung eines sicheren und effektiven Impfstoffes auf der Basis eines rekombinanten HSV gearbeitet. Wie schon beschrieben kommt eine Chemoprophylaxe mit Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir bei immunsupprimierten Patienten in Betracht, wie z.B. nach Hochdosis-Chemotherapie, Knochenmarktransplantation oder Transplantation solider Organe. Auch zur Rezidivprophylaxe bei häufig rekurrierendem Herpes genitalis ist die Gabe von Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir wirksam.

Wirksame Virustatika in Cremeform sind penciclovir-haltige und foscarnet-haltige Externa. Als lokale symptomatische Therapeutika sind melissenextrakthaltige Externa, zinksulfathaltige Lotionen und idoxuridinhaltige Lösungen zu nennen. Bei schwerem Herpes labialis (multiple und multilokuläre Bläschen, starke Schwellung und Erythem) ist stets eine systemische Therapie vorzuziehen (nähere Details s. http://www.p-e-g.org/archiv_tm...).

Mit freundlichen Grüßen

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