PatientIn „Elena“ | 15. Nov. 2018

Guten Tag,

vor einem Jahr hat meine Mutter die MS-Diagnose bekommen (nicht in Deutschland). Ich möchte diesbezüglich einige Fragen stellen.

Es wurden MRT 2 Mal (im zweiten Mal ohne sichtbare Krankheitsfortschreitungen, mit Abstand 6 Monate), sensomotorische Untersuchungen durchgeführt und großes Blutbild genommen. Meine Frage: ist die Liquoruntersuchung absolut notwendig um die Diagnose bestätigen zu können oder könnte man anhand von den o.g. Untersuchungen schon eine eindeutige Diagnose geben?

Eine weitere Frage: ich habe einige neurologische Beschwerden (z.B. Muskelspannungen), die aber nicht so häufig vorkommen und stören mich im Alltag nicht. Jedoch habe ich gelesen, dass die Krankheitsvererbung möglich ist. Wie ist Ihre Meinung bezüglich der vorbeugenden Untersuchung bei der engsten Verwandten? Oder wie häufig soll man sich untersuchen lassen und ab welchem Alter?

Vielen Dank im Voraus!

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|15. Nov. 2018

Sehrte Elena,

ein großes Blutbild ist nicht geeignet, die Diagnose MS zu stellen. Ein MRT zusammen mit einer klinischen Symptomatik reicht allerdings aus. Dabei muss auf eine zeitliche und örtliche Verteilung der Entzündungsherde geachtet werden. Die Liquordisgnostik kann ein weiterer Baustein zur Diagnoseabsicherung sein, ist aber nicht zwingend erforderlich. DIe Frage ist, was genau im MRT gesehen wurde.

Muskelverspannungen sind unspezifisch und nicht charakteristisch für eine MS. Angehörige von MS-Erkankten haben je nach Verwandtschaftsgrad ein erhöhtes Risiko, an einer MS zu erkranken. Am höchsten ist das Risiko, wenn Vater und Mutter an einer MS erkrankt sind und eine Tochter bekommen. Das Risiko ist dennoch gering, da selbst bei einer Vervielfachung des Risikos, die Wahrscheinlichkeit immernoch klein bleibt (allg. Risiko 150/100.000). z.B. bei einer Verdreifachung 4,5/1000 Einwohner = 0,45 % (d.h. in 99,5 % erkankt man nicht an MS !). Demnach kann man vorsorglich Untersuchungen nur im EInzelfall bei neurologischen Auffälligkeiten machen.

Mit freundlichen Grüßen

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