PatientIn „Chrissi94“ | 24. Okt. 2018

Guten Tag! Ich (weiblich, 25) habe seit ca.10 Tagen Missempfindungen in der rechten Körperseite. Angefangen hat es mit einem Kribbeln auf der rechten Wange. Dieses Symptom hatte ich isoliert schon einmal vor einem Jahr, was nach ca einer Woche spontan sistierte. Diesmal fingen aber nach einem Tag auch rechte Hand sowie rechter Fuß und Unterschenkel zu kribbeln an. Manchmal fühlen sich die betroffenen Stellen aber auch an wie eingeschlafen oder es sticht an der Fußsohle. Keine Paresen, keine Fatigue. Da ich Medizin studiere und häufig schon einmal Symptome entwickelt habe, nachdem ich über eine Krankheit viel gelernt hatte(oft war dann auch nichts - ich hatte z.B. schon Angst vor Hautkrebs oder Thrombose), versuchte ich das als psychosomatisch abzutun. Seit gestern habe ich jetzt allerdings auch Schmerzen auf dem linken Auge und dachte sofort an eine Optikusneuritis. War daraufhin heute Morgen beim Augenarzt: kein Visusverlust, keine Gesichtsfeldausfälle, keine Papillitis, laut ihm also unauffällig. RAPD wurde nicht geprüft. Ich solle wiederkommen, wenn ich Visusverluste hätte. Wollte ambulant noch einmal zum Neurologen, da ich ja immer noch hoffe, dass ich eher an Hypochondrie als an MS leide. Die Sprechstundenhilfe meinte ich soll mich umgehend selbstständig in der Notaufnahme einer Klinik vorstellen, die Abklärung könne nur stationär erfolgen.
Was halten Sie für den richtigen Weg? Sprechen meine Symptome derart dafür? Sollte ich vorher noch einmal zum Hausarzt? Einen Einweisungsschein besorgen? Noch ein bisschen warten? Ich möchte eigentlich einfach nur hören, dass nichts ist und will das Gesundheitssystem nicht unnötig belasten, mache mir aber mittlerweile große Sorgen und schlafe nachts vor Angst schon schlecht.

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Deine Frage beantwortet

Carsten Sievers
Neurologe|14. Nov. 2018

Guten Tag Chrissi94,

eine Optikusneuritis wäre eine Notaufnahmeindikation, da der Augenarzt aber nichts gefunden hat ist diese wohl nicht gegeben. Eine ambulante neurologische Untersuchung ist dann erst einmal ausreichend (Neurostatus, SEP, VEP). Der Neurologe könnte auch eine MRT des Kopfes veranlassen, die diese Frage recht zuverlässig klärt. Wenn in der Folge eine Liquoruntersuchung für sinnvoll gehalten werden sollte, könnte der Neurologe auch diese ambulant durchführen (viele Neurologen tun dies aber nicht und weisen stationär ein). 

Sensible Mißempfindungen können gern auch einmal psychisch bedingt sein. Wir wissen aus unserem Studium aus eigener Anschauung oder von Kommilitonen alle, das beim Lernen Symptome auftauchen. Dies hat natürlich Angst als Ursache, die sich auch bei anderen Gelegenheiten, zB Prüfungen zeigen kann und am besten frühzeitig aktiv angegangen wird. Die neurologische Untersuchung kann dazu beitragen Ängste auszuräumen.

MfG

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