Fibromyalgie tritt bei MS häufiger auf als in der Normalbevölkerung

Manitoba (sr) – Das klinische Erscheinungsbild der Fibromyalgie ist geprägt durch ausgedehnte Schmerzen mit wechselnder Lokalisation. Dazu gehören Muskelverspannungen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Kribbeln in den Fingern oder den Beinen, häufig auch Depressivität und Ängstlichkeit. Begleitsymptome sind oft schnelle Ermüdbarkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche oder auch Schlaflosigkeit, kalte Finger und Zehen und trockener Mund.Eine Studie aus Kanada hat nun gezeigt, dass die Fibromyalgie bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) sehr viel häufiger auftritt als in der Allgemeinbevölkerung. Dazu wertete ein Wissenschaftlerteam unter Federführung von Dr. Ruth Ann Marrie von der Abteilung für Innere Medizin der Universität Manitoba in Winnipeg, Kanada, Patientendaten von insgesamt sieben kanadischen Kliniken aus. Die Häufigkeit der Fibromyalgie bei MS-Patienten wurde dann mit der Häufigkeit bei einer Gruppe von Personen gleichen Alters, gleichen Geschlechts und gleicher geographischer Herkunft aus der Allgemeinbevölkerung verglichen.Danach liegt die Prävalenz der Fibromyalgie (das ist die Häufigkeit einer Krankheit in einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt) bei MS-Patienten bei 6,8 % gegenüber 3 % in der Allgemeinbevölkerung. Die Inzidenz, d.h. der Anteil von neu aufgetretenen Fällen, ist bei MS-Patienten um 44 % erhöht. Die Fibromyalgie sollte deshalb bei der Schmerzbehandlung von MS-Patienten sehr viel mehr als Ursache der Schmerzen in Betracht gezogen und die Therapie darauf abgestellt werden.Quelle: Multiple Sclerosis an Related Disorders Band 1, Nr. 4, Oktober 2012, S. 162–167