Alltag mit MS
MS-Patienten mit Kinderwunsch

Folge 5: Füreinander da sein

Multiple Sklerose betrifft die ganze Familie. Angehörige bilden auch das stärkste Netzwerk, das beim Leben mit MS trägt. Zumindest für Marissa.

Welches Netzwerk trägt Euch? Auf wen könnt Ihr Euch 100prozentig verlassen?
 
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Daniel und Max

Marissa & DanielEs gibt Momente, die vergisst man nicht, weil sie ein Licht anzünden, das wärmt. Daniels Antrag war so ein Moment. Das war am Heiligen Abend 2011. Marissa kam müde und durchgefroren von der Arbeit nach Hause und dort erwarteten sie 327 Kerzen. Eine für jeden Tag, den sie als Paar erlebt hatten. Und mitten in diesem Kerzenmeer stand Daniel, im Anzug, mit einem Kästchen in der Hand. Darin lag auf rotem Samt ein Verlobungsring. Er hat nicht viel Worte gemacht, sondern ihr gezeigt, dass er sein Leben mit ihr verbringen will.

Angst vor MS?
Daniel und Max sind Marissas FamilieAngst hatte Daniel nicht vor der Krankheit, die seine Freundin und jetzige Frau hat. Denn er ist davon überzeugt, dass sie es schaffen – gemeinsam schaffen. Wie? Indem sie füreinander da sind. Indem sie gemeinsam für ihren Sohn Max da sind. Denn der Kleine zeigt ihnen jeden Tag, worum es im Leben geht: um Wärme, Liebe, Zuversicht.

Lebensziele junger Menschen
Gute Freunde stehen eindeutig auf Platz 1, wenn Jugendliche und junge Erwachsene nach ihren Lebenszielen gefragt werden. Mehr als zwei Drittel (69%) gaben an, dass Freunde das Wichtigste für sie sind, dicht gefolgt von Gesundheit (64%), einen Beruf haben, der erfüllt und Spaß macht (62%) und Familie (60%). Zwischenmenschliches steht bei den jungen Menschen hoch im Kurs, denn mehr als die Hälfte (56%) sehen in einer glücklichen Partnerschaft ein wichtiges Lebensziel. Jeder Zweite sehnt sich nach finanzieller Unabhängigkeit (52%), Spaß haben wollen 44% und die Vorstellungen vom Leben verwirklichen jeder Dritte (36%). Für jeden Vierten (25%) spielt gutes Aussehen eine wesentliche Rolle, wohingegen fast ebenso viele (21%) bereits in Kindern ihr Lebensziel sehen.
Lebensziele junger Erwachsener in Deutschland

Leben mit MS als Familie

3Daniel-und-Max2Daniel und Max sind Marissas Familie, ihr Zuhause. Die beiden vermitteln ihr das Gefühl, angekommen, angenommen zu sein. Dass sie, seit sie 19 ist, Multiple Sklerose hat, war für Daniel nie ein Thema, kein Hinderungsgrund für eine Partnerschaft. Wobei Marissa ihm relativ schnell von ihrer Erkrankung erzählt hat. Und Daniel fragte nach, wollte alles genau wissen, genau verstehen. Was MS bedeutet, was MS für die Partnerschaft bedeuten kann.

Was gibt Sicherheit?
Max und MarissaIhre Familie gibt Marissa Kraft und Sicherheit. Sicherheit erhält mit einem Kind eine ganz neue Dimension. Vor allem wenn es um eine Erkrankung mit unsicherem Verlauf geht. Denn Sicherheit ermöglicht Handlungsspielraum. Auch bei der Therapie. Bei Multipler Sklerose werden nicht nur die Hüllen (Myelinscheiden) der Nervenfasern zerstört, sondern auch die Nervenfasern und Nervenzellen selbst angegriffen. Um einen Verlust von Nervenfasern zu verhindern, sollte man, so die Empfehlung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, möglichst frühzeitig mit einer Multiple Sklerose-Basistherapie beginnen. Eingesetzt werden vor allem Interferone, denn sie unterdrücken die Entzündungsprozesse bei MS. Interferone hemmen zudem die Bildung von Eiweißen, die Entzündungen fördern. Alle zugelassenen Interferon-Präparate verringern die Anzahl und Stärke der MS-Schübe und senken die Krankheitsaktivität. Quelle: www.netdoktor.de/krankheiten/multiple-sklerose/behandlung/

MS und Kinder?
Erst hatte sich Marissa wegen der MS nicht getraut, Mama zu werden, heute ist Max das größte Geschenk in ihrem Leben. Wie Max mit der Erkrankung seiner Mutter umgehen wird, darüber macht sich Marissa immer wieder Gedanken. Sie geht offen mit dem Thema um, versucht, wenn es nötig ist, kindgerecht zu vermitteln, warum Mama nicht immer fit ist.

 

 

Eltern sein mit MS
PD Dr. Kerstin Hellwig

“Es spricht alles dafür, Kinder zu bekommen, wenn man sich welche wünscht. Wichtig ist ein guter Neurologe, eine Hebamme, der man vertraut, eine tragfähige Partnerschaft. Aber die ist ja immer wichtig, wenn es darum geht, eine Familie zu gründen. Was zusätzlich sehr hilft, ist Unterstützung aus dem Familien- und Freundeskreis. Diese Erfahrung machen aber alle jungen Eltern, das gilt natürlich auch für Mütter oder Väter mit MS.“

Marissa hat der MS nie gestattet, ihr Leben zu regeln. Das gelingt ihr auch ganz gut, meistens zumindest. Manchmal spürt sie allerdings, dass sie eine kurze Pause braucht, ein bisschen Zeit für sich selbst. Dann kann Max zu ihren Eltern. Ihre Familie, zu der ihre Eltern, aber auch die Oma und Cousine gehören, ist superwichtig für sie. Und das Netzwerk, das sie im Alltag mit MS trägt.

Noch Fragen offen?
Dann einfach nachlesen:
Merck Broschüren »

 

Welches Netzwerk trägt Euch? Auf wen könnt Ihr Euch 100prozentig verlassen?

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