Alltag mit MS
MS-Patienten mit Kinderwunsch

Folge 8: Vom Wunsch zur Wirklichkeit: Leben mit MS und Kind

Was hilft im Alltag mit MS? Die Familie, lautet Marissas Antwort. Wissen. Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen. Sicherheit bei der Therapie und Menschen, die Antworten geben können.

Ein starkes Team: Marissa und MaxMarissa hat sich wegen der MS, die Diagnose erhielt sie mit 19, jahrelang nicht getraut, Kinder zu bekommen. Sie hatte Angst davor, dass sie es nicht schaffen könnte, dass sich die MS auf ihr Kind vererben könnte. Dabei ist MS keine Erbkrankheit:

“Sind beide Elternteile gesund, beträgt das Risiko, dass ein Kind an Multipler Sklerose erkrankt, 0,1 Prozent. Ist ein Elternteil erkrankt, erhöht sich das Risiko auf 3 Prozent.“ Damit sei das Risiko der Vererbbarkeit, so die Neurologin PD Dr. Kerstin Hellwig, zu vernachlässigen.”

 

Und doch wurde der Kinderwunsch bei Marissa und Daniel irgendwann so groß, dass sie es gewagt haben. Sie wurden Eltern.

 

 

Was hilft bei MS und Kinderwunsch?
An erster Stelle Wissen. Darüber, dass MS keine Erbkrankheit ist, die Kinder also keiner nennenswert erhöhten Gefahr ausgesetzt sind, selbst an MS zu erkranken. Und das Wissen, dass der Körper während der Schwangerschaft und Stillzeit in der Regel vor neuen Schüben geschützt ist. Dafür sorgt, das gilt inzwischen als wissenschaftlich gesichert, der veränderte Immunstatus. Und nach der Schwangerschaft und Stillzeit kann und soll die MS-Therapie wiederaufgenommen werden. Zudem ist inzwischen erwiesen, dass weder die Zahl der Schübe nach der Entbindung steigt noch eine Geburt Auswirkungen auf den Übergang in einen möglichen progredienten Verlauf der Erkrankung hat. Dieses Wissen ist das beste Argument, um den Kinderwunsch wahr werden zu lassen. Wenn man weitere Unterstützung hat. Das betont PD Dr. Kerstin Hellwig, die sich als Neurologin auf die Fragestellungen rund um MS und Kinderwunsch spezialisiert hat.

PD Dr. Kerstin Hellwig

“Es spricht alles dafür, Kinder zu bekommen, wenn man sich welche wünscht. Wichtig ist ein guter Neurologe, eine Hebamme, der man vertraut, eine tragfähige Partnerschaft. Aber die ist ja immer wichtig, wenn es darum geht, eine Familie zu gründen. Was zusätzlich sehr hilft, ist Unterstützung aus dem Familien- und Freundeskreis. Diese Erfahrung machen aber alle jungen Eltern, das gilt natürlich auch für Mütter oder Väter mit MS.”

Wer hilft beim Leben mit MS?
Daniel und Max “Wir gehen miteinander durch dick und dünn”, beschreibt Marissa das Besondere an ihrer Beziehung zu Daniel. Das gibt ihr Kraft für den Alltag.
Marissa und Daniel gehen miteinander durch dick und dünn, durch Licht und Schatten. Genauso lautet auch der Leitgedanke von Merck. Denn das pharmazeutische Unternehmen kennt aus jahrzehntelanger Erfahrung im neurologischen Sektor die Fragen, die sich MS-Patienten stellen, weiß um die Sorgen, Hoffnungen, Wünsche.
“Ich lebe mit MS, nicht die MS mit mir”
MS ist eine Erkrankung, die Menschen meist zwischen 20 und 40 Jahren, in der sogenannten Rushhour des Lebens trifft. Dann also, wenn Beruf, Liebe, Familiengründung im Zentrum stehen. Wenn es darum geht, seinen Platz in der Welt zu finden: beruflich und emotional. Und da tritt die Diagnose MS ins Leben, stellt alles auf den Kopf, was bis gerade noch sicher schien. Wie es weitergeht, das muss jeder für sich alleine entscheiden. Und wird dabei hoffentlich unterstützt und aufgefangen vom Partner/in, von Freunden, Eltern, Kollegen. Die MS-Therapie ist ein weiterer Baustein, der beim Leben mit MS unterstützt. Denn der frühe Start mit der immunmodulatorischen Basistherapie bietet eine Chance, die Anzahl der Schübe zu verringern und den Verlauf der MS zu verlangsamen.

MS-Therapie: Fragen über Fragen
Die Fakten und Ergebnisse wissenschaftlicher Studien sprechen für sich:

Für alle IFN-ß-Präparate liegen mittlerweile Langzeitbeobachtungen von bis zu 21 Jahren vor, die zeigen, dass im Verlauf der Behandlung nicht mit neuen, schwerwiegenden Nebenwirkungen gerechnet werden muss und somit die Sicherheit auch in der langjährigen Anwendung bestätigt ist. Daher hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie die Basistherapie als Empfehlung auch in ihre Leitlinien zur Therapie aufgenommen.

Und doch bleiben bei aller wissenschaftlichen Exaktheit Fragen, die sich im Alltag ergeben: Vertrage ich den Wirkstoff? Wie und wann verabreiche ich ihn richtig? Gibt es Nebenwirkungen und was kann ich dagegen tun? Bin ich weiterhin beruflich belastbar? Soll ich mich anders ernähren, mehr oder weniger Sport treiben… Viele Fragen, auf die es Antworten gibt. Von Menschen, die sich intensiv mit MS beschäftigen. Seit Jahren bilden sich Arzthelferinnen und Krankenschwestern zu MS-Schwestern aus. Ein Ausbildungsprogramm, das vom TÜV zertifiziert ist. Ein Angebot, das Menschen im Alltag mit MS unterstützt.

Stephanie Bessner
Wie Stephanie diese Sicherheit im Alltag erlebt und wie sie seit 1992, und damit seit nunmehr 23 Jahren mit MS lebt, davon mehr ab nächste Woche.

Nominiere Deine MS-Schwester des Jahres

Habt Ihr Erfahrungen mit MS-Schwestern?

Kommentar schreiben:

Kommentar:

Kommentare werden vor Ihrer Veröffentlichung moderiert.
Die E-Mailadresse dient nur administrativen Zwecken, sie wird nicht veröffentlicht.