Grippeimpfung für Patienten mit MS sinnvoll

München (sr) – Eine alljährliche Grippeimpfung ist auch für Patienten mit Multipler Sklerose auf jeden Fall sinnvoll, erklärt Prof. Uwe Zettl aus Rostock im Namen des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) und des Ärztlichen Beirats der Deutschen MS Gesellschaft (DMSG).Die Befürchtung vieler MS Patienten, eine Grippeimpfung könnte Schübe auslösen, ist in der Regel unbegründet, da aus einer Reihe von Studien bekannt sei, dass diese Impfung das Schubrisiko nicht erhöht. Pro Grippesaison treten zwei bis drei unterschiedliche Influenza-Stämme auf. Der diesjährige Impfstoff enthält in seiner Zusammensetzung einen Stamm des Schweinegrippevirus H1N1 sowie zwei weitere Erregerstämme. Studien hätten jedoch gezeigt, „dass der H1N1-Stamm ebenfalls nicht zu einem erhöhten Schubrisiko beiträgt“, sagt Zettl.Sinnvoll ist auch eine Impfung von Patienten unter Immuntherapie. Studien mit MS-Patienten, die mit Interferon beta 1a behandelt werden, belegen, dass nach einer Grippeimpfung ein ausreichender Schutz aufgebaut wird und dass es nach Influenza-Impfungen zu vergleichbaren Immunantworten wie bei gesunden Kontrollpersonen kommt.„Eine Grippeimpfung von MS-Patienten senkt das Infektionsrisiko spürbar und trägt so dazu bei, einen ungünstigen MS-Krankheitsverlauf zu verhindern. Der Impftermin beim Arzt sollte daher einen festen Platz im Kalender von MS-Patienten haben“, rät Zettl abschließend.Quelle: Kompetenznetzwerk Multiple Sklerose, Pressemitteilung November 2011