Hallo Wach, der Sommer und der Ohrwurm

Von wundersamen Träumen, ausgelöst durch mein persönliches “Hallo Wach”, das ich gegen die Fatigue einnehme, habe ich hier schon erzählt. Das bleibt so, daran bin ich gewöhnt.

Aber seit einiger Zeit ereignet sich Seltsames. “Ich glaub´, es geht schon wieder los…” (Roland Kaiser) mit einem anderen Phänomen. Und das ist auch nicht schlecht.

Urlaub, Ausschlafen, ohne Uhr in den Tag hineinleben. Sommer, Sonne, Sonnenschein. Seit mehr als zwei Wochen einfach nur genießen. “Die Sonne, die Sonne und duuuu gehör´n dazuhuhuhu,…” (Udo Jürgens). Jedenfalls “An Tagen wie diesen,….” (Die Toten Hosen). Seit Urlaubsbeginn kein Regentropfen mehr und der Balkon ist mein Refugium. Und mein Gehirn hat Platz für anderes als Arbeit, Arzttermine und die stetige Frage, wie ich trotz Kühlweste mit wenig Energie durch den Tag komme.

Da geschieht es. Jeden Morgen erwache ich anders. Aber einer ist immer schon da. Der Ohrwurm. Ob ich will oder nicht, mit ihm starte ich in den Tag. Die Augen noch nicht einmal geöffnet, aber mein Hirn offenkundig in der Pole-Position, erklingt meine innere Stimme. Bevorzugt aus dem unerschöpflichen Schlager-Repertoire setzt er sich so richtig fest, der Ohrwurm des Tages. Mal “I sing a Liad für di,…” (Andreas Gabalier), dann “Ich seh´den weißen Wolken nach und fange an zu träumen,…” (Nana Mouskouri). So ein Unsinn, sind die Augen doch noch geschlossen. Schließlich, obwohl ich mich nicht vom Fleck rühre, kann es auch “Theo, wir fahr´n nach Lodz,…” (Vicky Leandros) sein. Obwohl die Zeile “Steh´auf du faules Murmeltier,…” trifft´s nun wieder einigermaßen. Manchmal, ja manchmal werde ich frühmorgens auch unversehens ins Fußballstadion oder auf den Münchener Marienplatz gebeamt. “Hey, hey Superbayern, Superbayern, hey hey,…” erklingt in mir ein Triple-Fangesang des Lieblingsvereins. “Heute so, morgen so,…” (Roberto Blanco) arbeite ich mich von Tag zu Tag durch die Hallo Wach-Jukebox.

Sagenhaft, nahezu immer ohne erkennbaren Zusammenhang mit jüngst Erlebtem und völlig unvermittelt geht es los. Beim Erwachen an einem beliebigen Sommermorgen. In der Stille nach außen, unhörbar für andere – es sei denn, ich singe vernehmbar – bricht er sich Bahn, mein Freund der Ohrwurm, bester Kumpel von Hallo Wach.

Meine Laune steigt proportional zum Absurditätsgrad. Ohne Einfluss auf die Songauswahl (behaupte ich jedenfalls) stelle ich wieder einmal fest:

“Ob es so oder so oder anders kommt, so wie es kommt, so ist es recht. Es kommt sowieso nie so, wie man es gerne möcht´,… (Lena Valaitis)

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