Herbstmensch

Bunte Blätter regnen von den Bäumen, die Sonne steht tiefer als noch vor ein paar Wochen. Zu Hause ist´s total gemütlich, die Zeit ist wieder normal. Meine Lebensenergie steigt. Ich konstatiere mehr Kraft und weniger Erschöpfung, also auch längeres Durchhalten. Alles ist ausgewogen, ungeheuer balanciert. Zeit der Ernte und der Vorbereitung auf äußerlich dunkle Tage und anschließendes Licht der Hoffnung.
Ich sinniere, dass ich wie der Baum bin, an dem ich gerade vorbeifuhr. Im Herbst werfe ich den Ballast eines heißen Sommers ab. Seine Blätter fallen, meine Kühlweste wandert in den Schrank. Stürmen widerstehen wir. Sie können uns nicht brechen, wenn unsere Wurzeln stark genug sind und alle Last weicht.
Ich bin antizyklisch, was das Wohlfühlen betrifft. Während die meisten Menschen sich über Sommerwärme und gleißendes Sonnenlicht freuen, den Herbst – besonders den November – ablehnen, freue ich mich an ihm. Ende und Anfang, Leichtigkeit und Schwere, letztlich sind sie zwei Seiten derselben Medaille.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Jahreszeit ist jetzt!

Eure Claudia