Herbstzeit – Erntezeit

Herbstzeit
Ich will jetzt nicht dem Sommer hinterher trauern und auch nicht bedauern, dass ich eine lausige Gärtnerin bin, die es gerade einmal auf ein Dutzend Äpfel gebracht hat, die noch dazu allesamt wurmstichig waren. Nein, ich jammere jetzt nicht! Wobei mich das Erntedank-Fest (was für ein schöner Name für ein Fest) doch ein bisschen nachdenklich gestimmt hat. Jetzt ist also die Zeit der Ernte.

Was gibt´s, was ich ernten könnte? Früchte des Feldes fallen weg, da ich kein Feld habe, ebenso die Obst- oder Gemüseernte. Von meinen Vorsätzen habe ich in diesem Jahr einige aus den Augen verloren. Einfach vergessen. Dafür habe ich mit Yoga angefangen. Ganz ohne Vorsatz. Hatte sich einfach so ergeben. Und neben den rein körperlichen Übungen ein bisschen Gelassenheit gelernt. Nur eine kleine Portion, bisher. Aber immerhin.

Die Einheit von Atmung und Bewegung entschleunigt mein Gedankenkarussell. Statt im Kopf also schon das Gespräch für morgen vorzubereiten, die Einkaufsliste zu schreiben, das geplante Telefonat zu führen, bin ich einfach im Hier und Jetzt. Das ist für mich ganz und gar nicht einfach, eher sehr schwierig. Doch es lohnt sich. Zumindest für mich und die Menschen, die mit mir zu tun haben. Statt immer ungeduldig aufs Gas zu drücken und ins Wort zu fallen, lasse ich mir und den anderen mehr Zeit. Zeit, um wahrzunehmen, was in dem Augenblick wichtig ist. Oder schön. Wie das Laub an den Bäumen, das sich in leuchtendes Gold und Rot färbt. So was sehe ich jetzt. Nicht immer, aber immer öfter. Das ist also meine Ernte 2013. Und was erntet Ihr?

Wie immer gespannt auf Eure Kommentare

Raphaela