Hirnleistungstraining verbessert kognitive Funktionen bei MS

Brescia (sr) – Patienten mit Multipler Sklerose (MS) leiden im Laufe ihrer Erkrankung häufig unter kognitiven Beeinträchtigungen. Diese äußern sich z.B. in Störungen bei der Verarbeitung von Informationen, Aufmerksamkeitsdefiziten oder auch als Probleme bei der Ausführung alltäglicher Funktionen. Ein dreimonatiges neuropsychologisches Training (Hirnleistungstraining) kann diese Funktionseinbußen dauerhaft verbessern. Gleichzeitig hat ein solches Training einen positiven Einfluss auf eventuell vorliegende Depressionen. Dies zeigt eine Studie einer Forschergruppe um Dr. Flavia Maria Mattiola vom Städtischen Krankenhaus Brescia, Italien, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Multiple Sclerosis and Related Disorders“ veröffentlicht wurde.Insgesamt wurden in die Studie 24 Patienten mit MS eingeschlossen. 13 dieser Patienten erhielten über drei Monate ein PC-gestütztes neuropsychologisches Training, die 11 verbleibenden Patienten wurden nicht behandelt und dienten als Kontrollen. Alle Patienten wurden zu Studienbeginn, nach 3 Monaten sowie nach weiteren 9 Monaten neuropsychologisch untersucht. Weiterhin füllten sie zu diesen Zeitpunkten Fragebögen zu ihrer Lebensqualität sowie zum Vorliegen von Depressionen aus. Dabei zeigten sich 9 Monate nach Studienende bei den behandelten Patienten signifikante Verbesserungen bei den Parametern Informationsverarbeitung, Aufmerksamkeit oder Ausführung alltäglicher Funktionen. Daneben fanden sich Verbesserungen der Lebensqualität sowie eine Verringerung von Depressionen. Bei der Kontrollgruppe wurden diese Verbesserungen nicht beobachtet.„Unsere Studienergebnisse zeigen, dass eine neuropsychologische Rehabilitation mit dem Schwerpunkt,  Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung und ausführende Funktionen bei Patienten mit schubförmiger MS zu einer lang anhaltenden und klinisch relevanten neuropsychologischen Verbesserung führt und darüber hinaus einen bleibenden positiven Einfluss auf die Lebensqualität und die Depressionen besitzt“, so das Fazit von Dr. Mattioli. Quelle: Multiple Sclerosis an Related Disorders Band 1, Nr. 4, Oktober 2012, S. 168–173