Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Portrait von Ursula Schreier-Simons, MS-Schwester des Jahres 2013
Aufgezeichnet von Susanne Plaßmann und Maximilian Dorner

 

Dass Lachen die beste Medizin ist, lebt Ursula ihren Patienten täglich vor. Sie lacht viel, und hat schon oft die Erfahrung gemacht, dass damit das Eis schneller bricht. Und nicht nur mit Patienten, auch bei den vielen Fortbildungen, die sie besucht, darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Auftanken kann sie dann wieder, wenn sie mit ihrem Hund spazieren geht. Und da freut sie sich jeden Tag darüber, dass kurz hinter ihrem Haus schon die Felder beginnen. Zweimal die Woche versucht sie auch ins Fitness-Studio zu gehen, aber manchmal muss sie beim Zählen mogeln. Denn Gründe, mal nicht zu gehen, gibt es genug. Schließlich wohnt sowohl ihre Mutter als auch ihr Bruder in der Nähe. Und alle muss sie natürlich oft besuchen.

Was sie sich wünscht? Dass sie tolle Chefs und eine wunderbare Familie hat, reicht ihr vollkommen. – Und wenn der Rücken nicht manchmal Schmerzen bereiten würde, wäre sie eigentlich wunschlos glücklich.
Vielleicht bekommt sie genau deswegen so viel zurück, dass sie manchmal direkt Gänsehaut bekommt, wenn sie daran denkt. Bei der letzten Weihnachtsfeier erst, da hat sich ihre Gruppe auf einmal um sie herum gestellt und ihr einen Blumenstrauß überreicht. Aber damit nicht genug. In dem steckte noch ein Gutschein für einen Thermenbesuch. – Und das alles, obwohl es sich bei MS ja um eine schwere Krankheit handelt. Nicht selten bewundert sie, wie tapfer viele ihrer Patienten mit Einschränkungen umgehen. Aber auch da findet man immer wieder etwas, worüber man sich freuen kann. Manchmal denkt sie sich allerdings, dass manche ruhig ein wenig früher hätten kommen können, um sich helfen zu lassen …
Deswegen wünscht sie für die von MS Betroffenen vor allem Eines: Dass sie das Leben genießen und die Freude nicht verlernen. Denn die Krankheit ist nicht der Mittelpunkt des Lebens. Man muss sie auch einmal ausblenden können. Dann bekommen auch die kleinen Dinge wieder ihren Wert, wie ein gemeinsames Lachen beispielsweise.