Ich hab´s getan

„Nie, nie kommt mir ein Tier ins Haus“, war mein Credo. Nicht, dass ich Tiere nicht mögen würde… Nur nicht im Haus! Dort bringen sie alles in Unordnung, machen Schmutz, sind unhygienisch. Aber als ich ihn sah, war auf einmal alles pure Theorie. Zwei bernsteinfarbene Augen, die mich vertrauensvoll ansahen. Ein Fellknäuel, das sich direkt in mein Herz schnurrte. Und um mich war es geschehen. Jetzt habe ich also eine Katze, um genau zu sein einen Kater, der überall im Haus seine Zeichen hinterlässt. Papierschnitzel, die er erlegte, Murmeln, die er überall dort hortet, wo ich drüber stolpere, Kratzspuren an den (neuen!) Lederstühlen, die zeigen, mit welchem Ehrgeiz er alles erklimmt. Und was soll ich sagen? Es stört mich nicht. Ein Teil meines Hirns scheint ausgeschaltet. Haustier-Anästhesie oder so etwas. Und dabei fühle ich mich beschenkt, zeitweise richtig glücklich. Diese Wirkung von Haustieren ist sogar nachgewiesen. In zahlreichen Studien. „Es ist mittlerweile belegt, dass die reine Anwesenheit von Tieren und vor allem das Streicheln sehr helfen, den Blutdruck und die Herzfrequenz der Menschen zu senken“ , sagt der Duisburger Kardiologe Ralf Jordan. Das sympathische Nervensystem sei weniger aktiv, weswegen weniger Stresshormone wie Adrenalin ausgeschüttet werden. Kann ich nur bestätigen. Schnurrt Katerchen, schnurre ich irgendwann innerlich mit. Er spielt, tobt, entdeckt die Welt ohne Wenn und Aber, ganz im Hier und Jetzt. Und lehrt mich so, den Augenblick zu genießen. Kurzum, ich habe meine Meinung geändert: „Ein Leben ohne Tier ist nur halb so intensiv“, lautet mein neues Credo. Denn man/frau ist nie zu alt, überholte Vorstellungen zu ändern. Finde ich. Und Ihr?

Der kleine liebe Kater!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eure Neu-Tierfreundin

Raphaela