Ich verstehe mich als Beobachter“ – Interview mit Maximilian Dorner

DARMSTADT (Merck Serono) – Seit rund drei Jahren lässt der Autor, Regisseur und Schauspieler Maximilian Dorner die Leser seiner Kolumne auf www.bloghaus-ms.de an seinen Erfahrungen teilhaben. „Ich verstehe mich als Beobachter“, sagt Dorner in einem Gespräch mit dem Redaktions-Team von „Multiple Sklerose Aktuell“ und berichtet über seine Bloggerei.Herr Dorner, seit wann schreiben Sie auf Bloghaus-MS?Rund drei Jahre. Als ich damit anfing, war mir wichtig, dass meine Rubrik kein klassischer Blog wird. Ich will hier nämlich nicht einfach nur aus meinem Alltag berichten, sondern Akzente setzen und Gesprächsstoff liefern. Natürlich haben die Texte autobiografische Züge, sie sollen aber hauptsächlich zum Nachdenken anregen.Ihre Leser können Ihnen Themenvorschläge machen und Fragen stellen. Gibt es ein Thema, über das Sie besonders gerne schreiben?Mich interessiert vor allem das Miteinander, also wie gehen die Menschen mit mir um, wie gehe ich mit den Menschen um. Aber eben auch die Frage, wie gehe ich eigentlich mit mir selbst um. Wie das soziale Netz durch eine Behinderung beeinflusst wird, das interessiert mich. Ich möchte zeigen, dass eine Erkrankung wie MS die Gesamtperson betrifft und nicht einfach nur den Körper. Oft merke ich, dass die Behinderung selbst nicht das schlimmste ist, sondern eher die Verformungen der Psyche, die damit einhergehen.Wie sehen denn die Reaktionen der Leser aus? Gibt es ein Beispiel, das Sie besonders berührt hat?Vor kurzem erst hat mir eine Mutter geschrieben, deren jugendliche Tochter, eigentlich noch ein Kind, MS hat. Ihre Zuschrift hat mich sehr berührt. Wie Eltern auf Kinder reagieren, wenn diese plötzlich mehr Pflege und Hilfe brauchen – das ist offenbar ein besonders heikles Thema.Ist das vielleicht auch ein Thema, mit dem Sie sich in Zukunft in Ihrer Kolumne beschäftigen werden?Das ist eines von vielen Themen, die mich bewegen. Es gibt unzählige Tabus, die ich ansprechen möchte. In erster Linie verstehe ich mich als Beobachter, und was ich beobachte, darüber werde ich schreiben.Maximilian Dorners Kolumne „Dorners Meditationen“ erscheint alle zwei Wochen auf www.bloghaus-ms.de. Seine aktuellen Filmproduktionen findet man auf http://www.youtube.com/LebenmitMS