Immunabwehr – Den Feind erkennen

München (sr) – Das Immunsystem verteidigt den Körper gegen Infektionen und Tumore. Dabei spielen die sogenannten T-Zellen eine wichtige Rolle. Sie besitzen Bindungsstellen („Rezeptoren“), die körperfremde Substanzen, sogenannte Antigene, anhand ihrer Strukturen erkennen. Allerdings sind die meisten dieser Antigene noch unbekannt. Eine besonders wichtige Gruppe von T-Zellen sind die „zytotoxischen T-Zellen“. Sie erkennen körpereigene Zellen, die zum Beispiel von Viren oder anderen Erregern infiziert sind, und töten daraufhin die infizierten Zellen. Bei Autoimmunkrankheiten hingegen greifen sie fälschlicherweise eigenes Gewebe an und zerstören es. Beispiele dafür sind z. B. die Multiple Sklerose (MS) und die Schuppenflechte. Ein Team um Privatdozent Dr. Klaus Dornmair vom Institut für Klinische Neuroimmunologie hat zusammen mit Professor Jörg Prinz von der Dermatologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München eine neue Technologie entwickelt, mit der man die Antigene zytotoxischer T-Zellen zuverlässig identifizieren kann.  „Wir können mit der neuen Technologie mehrere Millionen Antigene in wenigen Stunden analysieren. Wir erwarten damit die Diagnostik zu erleichtern und langfristig gezielte Therapien zu ermöglichen“, sagt der Projektleiter Klaus Dornmair. „Sie kann die Grundlage für eine Reihe von Innovationen sein, da zytotoxische T-Zellen eine herausragende Rolle bei vielen Erkrankungen spielen.“ Die Wissenschaftler verbinden zwei neue Methoden, Antigene und antigenspezifische Rezeptoren von T-Zellen zu identifizieren. Dabei werden die antigenspezifischen Rezeptoren aus dem Gewebe von Patienten entnommen und in Zellen eingeschleust, die sich im Labor gut vermehren lassen. Zudem wird in diese Zellen das Gen für ein grün fluoreszierendes Eiweiß (Protein) eingebaut. Die Zellen werden nun mit Millionen von Proteinen in Verbindung gebracht. Sobald der eingeschleuste Rezeptor eines davon erkennt, leuchten die Zellen grün auf. Da das Protein, das die Reaktion auslöste, bekannt ist, kann darüber nun das natürliche, krankheitsauslösende Antigen identifiziert werden.Quelle: Pressemeldung der Ludwig-Maximilians-Universität München vom 13.08.2013, https://www.idw-online.de