Immunmodulatorische Behandlung verhindert Neurodegeneration bei MS

Padua (sr) – Dass eine immunmodulatorische Behandlung kortikalen Läsionen, d. h. entzündlichen Prozessen in der Gehirnrinde entgegen wirkt, konnte im letzten Jahr in einer Studie gezeigt werden, die Professor M. Calabrese von der Universitätsklinik in Padua bei 165 Patienten mit schubförmiger MS durchgeführt hat. Die Patienten erhielten über die zweijährige Dauer der Studie entweder subkutanes bzw. intramuskuläres Interferon beta-1a oder Glatirameracetat. Zum Vergleich wurde darüber hinaus eine Gruppe unbehandelter Patienten untersucht.Die Therapie mit den immunmodulierenden Substanzen erwies sich hinsichtlich der untersuchten  Parameter  in der Magnet-Resonanztomographie als hochwirksam. Die Anzahl neuer kortikaler Läsionen war in allen drei behandelten Gruppen gegenüber der unbehandelten Gruppe signifikant erniedrigt. So wurden nach 24 Monaten neue kortikale Läsionen in 82% der unbehandelten, aber nur in 64% der behandelten Patienten vorgefunden.„Die geringste Anzahl neuer kortikaler Läsionen wurde bei der Behandlung mit subkutanem Interferon beta-1a beobachtet: Hier zeigten nach zwei Jahren nur etwa die Hälfte der Patienten neue Läsionen, während dies bei intramuskulärem Interferon und bei Glatirameracetat in 72 % und 62 % der Fall war“, fasst Professor Calabrese seine Ergebnisse zusammen. Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass eine immunmodulierende Therapie auch die Abnahme der grauen Hirnsubstanz bei der MS verringert.“Damit sei erstmalig der Nachweis gelungen, dass eine solche Therapie, insbesondere mit subkutanem Interferon beta-1a, effektiv der Zerstörung des Myelins im zentralen Nervensystem entgegenwirkt.Quelle: Multiple Sclerosis Journal, online publiziert Januar 2011