Interferontherapie bei Schwangeren: Kein erhöhtes Risiko für Missbildungen oder Spontanabort

Lund (sr) – Frauen mit Multipler Sklerose wird bei Kinderwunsch derzeit empfohlen, eine eventuelle Therapie mit immunmodulatorischen Substanzen wie Interferon ß-1a rechtzeitig vor der Schwangerschaft abzusetzen, da über die Wirkung solcher Substanzen auf den Foetus noch recht wenig bekannt ist. Trotzdem kann es immer wieder zu unerwarteten und ungeplanten Schwangerschaften unter einer MS-Therapie kommen.Für diese Fälle kann nun Entwarnung gegeben werden. Forscher der Universität Lund in Schweden untersuchten auf Basis der Daten aus einer weltweiten MS-Datenbank den Ausgang von 425 Schwangerschaften, bei denen der Foetus bis zu 45 Tagen einer Interferontherapie ausgesetzt war.Die Analyse der Daten zeigte, dass die Mehrzahl der Schwangerschaften zu normalen Lebendgeburten führte. Im Vergleich zur Normalbevölkerung war weder die Anzahl von Spontanaborten noch die Zahl von Missbildungen erhöht.„Frauen, die eine Interferontherapie nicht schon vor der Empfängnis beenden, sondern erst bei Bekanntwerden der Schwangerschaft, haben kein erhöhtes Risiko für einen negativen Ausgang der Schwangerschaft“, folgern die Wissenschaftler aus dem Ergebnis ihrer Analyse.Quelle: Multiple Sclerosis Journal, epub ahead of print November 2011