Isoprostanspiegel in der Rückenmarksflüssigkeit sind bei der MS Biomarker für den klinischen Verlauf

Rom (sr) – In einer Reihe von klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass ein frühzeitiger Therapiebeginn bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) die langfristige Prognose der Betroffenen entscheidend verbessern kann. Eine frühzeitige Diagnose der Erkrankung ist aus diesem Grunde enorm wichtig. Einer Gruppe von Forschern der Sapienza Universität in Rom um Dr. Claudio Pozzilli ist es nun gelungen nachzuweisen, dass die sogenannten Isoprostane bei Patienten mit klinisch isoliertem Syndrom als Biomarker für den Verlauf der MS dienen können.Insgesamt 39 Patienten mit einem ersten klinischen auf MS hinweisenden Ereignis wurden in die Studie eingeschlossen. Untersucht wurde die Isoprostankonzentration in der Rückenmarksflüssigkeit der Patienten sowie ihre Korrelation mit den Ergebnissen der Hirn-Magnetresonanztomographie (MRT) der Patienten. Weiterhin wurden die Patienten über 24 Monaten beobachtet, um den prognostischen Wert der Isoprostane hinsichtlich des Krankheitsverlaufs zu untersuchen. Es zeigte sich, dass die Isoprostanspiegel bei den Patienten gegenüber nicht erkrankten Kontrollpersonen im Mittel um das 30-fache erhöht waren. Patienten mit einem höheren Wert hatten im MRT darüber hinaus ein etwas geringeres Hirnvolumen. Das Risiko einen weiteren Schub zu erleiden war abhängig von der Höhe des Isoprostanspiegels in der Rückenmarksflüssigkeit: Patienten, die einen Spiegel von mehr als 95 pg pro Milliliter zeigten hatten ein höheres Risiko (59 %) als solche mit einem Wert unter dieser Schwelle (27 %).„Bei der Zerstörung von Nervengewebe bei der MS spielen oxidative Mechanismen eine große Rolle“, kommentieren die Forscher ihre Ergebnisse, die jetzt in der Fachzeitschrift „Multiple Sclerosis Journal“ veröffentlicht wurden. „Isoprostane reagieren höchst empfindlich auf solche oxidativen Vorgänge. Aus diesem Grund sind sie wahrscheinlich nützliche Biomarker für die Gewebezerstörung bei MS. Daneben haben sie auch einen prognostischen Wert für den Verlauf der Erkrankung“Quelle: Mult. Scler, Online publiziert vor Druck am 23. August 2012