Ist Therapiewirksamkeit messbar?

DARMSTADT (Merck Serono) – Wann wirkt eine MS-Therapie, wann wirkt sie nicht? Die Frage wird von Medizinern durchaus kontrovers diskutiert. Denn die Erfassung der Wirksamkeit bzw. des Therapieversagens ist noch immer eines der ungelösten Probleme in der MS-Behandlung.Die Schwierigkeit beginnt bereits mit dem unterschiedlichen Blickwinkel von Arzt und Patient bei der Bewertung von Symptomen. Fragt man Mediziner nach den größten Einschränkungen für die Lebensqualität von Betroffenen, stehen Lähmungen, Spastik und Koordinationsstörungen an erster Stelle. Patienten fühlen sich dagegen viel stärker durch Fatigue, Blasenbeschwerden sowie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen beeinträchtigt. Klinische Marker, die den Therapieerfolg abbilden sollen, orientieren sich nach Expertensicht ebenfalls zu sehr an „motoriklastigen“ Kriterien – und berücksichtigen damit zu wenig die Gefühlslage der Patienten.Weitere Probleme bei der individuellen Therapiebewertung sind u.a. mögliche Schwankungen in der Adhärenz der Betroffenen sowie die Abgrenzung zwischen Schub und normaler Schwankung der Befindlichkeit – vieles ist in der Praxis kaum auseinander zu halten. Entscheidend ist somit, wie zufrieden der Betroffene selbst mit seiner Therapie ist, gerade bei Aspekten wie Verträglichkeit und Alltagstauglichkeit.Quelle: Merck Serono Expertenworkshop im September 2011: