Kaffee und Alkohol verzögern Behinderung bei MS

Melsbroek (sr) – Forscher vom nationalen MS Zentrum in Belgien um Prof. Marie B. D’hooge haben nun herausgefunden, dass bestimmte Lebensstilfaktoren einen Einfluss auf die Krankheitsaktivität bei MS haben können.Auf Basis der Daten von 1372 MS-Patienten aus dem flämischen MS Register untersuchten D’hooge und Kollegen den Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol oder Kaffee, dem Verzehr von Fisch und dem Rauchen von Zigaretten einerseits und dem Fortschreiten der durch die Erkrankung hervorgerufene Behinderung. Untersucht wurde der Zeitraum bis zum Erreichen eines Wertes von 6 auf der erweiterten Behinderungs-Skala EDSS.Dabei zeigte sich, dass der Konsum von Alkohol und Kaffee sowie der Verzehr von Fisch das Risiko eines Fortschreitens der Behinderung verringerte, während das Rauchen von Zigaretten mit einem erhöhten Risiko für das Erreichen eines Wertes von 6 auf der erweiterten Behinderungsskala einherging. Allerdings fanden sich diese Zusammenhänge nur bei Patienten mit schubförmiger, nicht jedoch bei solchen mit primär fortschreitender MS.„Unsere Ergebnisse legen die Vermutung nahe, dass der Behinderungsprogression bei schubförmiger bzw. primär progredienter MS unterschiedliche Mechanismen zugrunde liegen“, so die Schlussfolgerung von Prof. D’hooghe aus ihren Ergebnissen.Quelle: M. B. D’hooghe et al. Eur J Neurol, Article first published online: 25 Nov 2011, DOI: 10.1111/j.1468-1331.2011.03596.x