Kein erhöhtes Krebsrisiko durch subkutanes Interferon-beta

Lund (sr) – Bei einer langfristigen Therapie mit Wirkstoffen wie Interferon-beta, die modulierend in das Immunsystem eingreifen, besteht für MS-Patienten zumindest theoretisch das Risiko häufiger an Krebs zu erkranken als Gesunde. Für Betroffene, die mit subkutanem Interferon-beta-1a behandelt werden, kann nun Entwarnung gegeben werden: Das Krebsrisiko wird durch diese Behandlung nicht erhöht. Dies zeigt eine Auswertung von Daten aus einer weltweiten MS-Datenbank, die 2011 von Wissenschaftlern der Universität Lund in Schweden unter Leitung von Professor Magnhild Sandberg-Wollheim vorgenommen wurde.Ausgewertet wurden die Daten von mehr als 3700 MS-Patienten, die teilweise bis zu sechs Jahre mit subkutanem Interferon beta-1a behandelt worden waren. Dabei zeigte sich, dass sowohl solide Tumoren als auch Tumoren des blutbildenden Systems, wie z.B. die Leukämie, wesentlich seltener auftraten als für die Allgemeinbevölkerung erwartet.„Insgesamt gibt es aufgrund der Daten keinen Hinweis, dass das Krebsrisiko bei diesen Patienten erhöht sein könnte. Damit können die Ergebnisse früherer Studien mit Interferon beta-1a bei MS-Patienten gefestigt werden“, so Professor Sandberg-Wollheim und Kollegen in ihrer Zusammenfassung.Quelle: Multiple Sclerosis Journal 2011; 17: 431-40.