Kein Nutzen von Fischöl bei der Multiplen Sklerose

Bergen (sr) – Omega-3-Fettsäuren, wie sie zum Beispiel in Fischöl vorkommen, wird schon seit längerem eine antientzündliche Wirkung bei unterschiedlichen mit entzündlichen Prozessen einhergehenden Erkrankungen nachgesagt. Auch bei der Multiplen Sklerose (MS) wurde aufgrund früherer Beobachtungen vermutet, dass diese Substanzen einen Einfluss auf das Krankheitsgeschehen haben. Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie von O. Torkildsen und Kollegen von der Universitätsklinik Bergen in Norwegen zeigen nun ein enttäuschendes Ergebnis. Die Forscher verabreichten 92 MS-Patienten über sechs Monate je zur Hälfte entweder ein hochdosiertes Omega-3-Fettsäure-Präparat oder ein Scheinmedikament. Nach den sechs Monaten erhielten alle Patienten zusätzlich 44 μg Interferon ß-1a dreimal pro Woche. Analysiert wurden bei Studienende die Anzahl neuer entzündlicher Läsionen im Gehirn sowie Krankheitsaktivität, Schubrate, Behinderungsprogression und Lebensqualität. Bei keinem dieser Parameter konnten die Wissenschaftler einen Vorteil der Fettsäuren-Supplementation gegenüber dem Scheinmedikament feststellen.Das ernüchternde Fazit der Autoren: „Omega-3-Fettsäuren konnten weder in der Monotherapie noch in Kombination mit Interferon ß-1a die Krankheitsaktivität bei Patienten mit Multipler Sklerose beeinflussen“.Quelle: Torkildsen, O., Arch Neurol 2012; DOI: 10.1001/archneurol.2012.283