Keine Anhaltspunkte für chronische venöse Insuffizienz als MS-Ursache

Amsterdam (sr) – Aufgrund von Ergebnissen einer klinischen Studie, die Dr. Paolo Zamboni aus Ferrara im Jahr 2009 durchgeführt hatte, ließen Hunderte von Patienten mit Multipler Sklerose in der Hoffnung auf Heilung eine Katheter-Dilatation, d.h. eine Erweiterung der inneren Drosselvene am Hals durchführen. Zamboni hatte damals vermutet, dass MS durch eine chronische Stauung in Hirn und Rückenmarksvenen verursacht wird und daraufhin eine  Angioplastie als Therapie vorgeschlagen. Wie sich jetzt zeigte, lassen sich Zambonis Ergebnisse nicht bestätigen. G. Panczel  und Kollegen vom Peterfy Sandor Hospital in Budapest berichteten jetzt auf dem Europäischen MS-Kongress ECTRIMS über die Untersuchung von 122 Patienten mit schubförmiger MS sowie 55 gesunden Personen als Kontrollen mittels farbkodierter Ultraschallmessung. Dabei ließen sich weder bei den MS-Patienten noch bei den Kontrollen Verengungen der untersuchten Venen im Kopf-/Halsbereich finden. Bei keiner der untersuchten Patienten fanden sie Störungen im Blutfluss, die für eine chronische venöse Stauung als Ursache der MS sprechen würden. Aufgrund dieser Ergebnisse, so folgern die Wissenschaftler, „scheint eine Katheter-Dilatation zur Behandlung der MS weder ethisch vertretbar noch rational zu sein“.Quelle: ECTRIMS Amsterdam 2011, P 630