Keine MS-Gefahr durch Impfungen

LOS ANGELES (sr) – Schon seit längerem wird von Wissenschaftlern diskutiert, ob bestimmte Impfungen das Risiko für das Entstehen einer Multiplen Sklerose erhöhen können.

Die Bedenken der Wissenschaftler betreffen insbesondere Impfungen gegen das Hepatitis B-Virus. Hier existieren klinische Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass der verwendete Impfstoff einen Abbau des Myelins, der Schutzhülle der Nervenfasern, verursachen und damit eine MS begünstigen könnte. Auch der Impfstoff gegen das humane Papillom-Virus (HPV) ist in den Verdacht geraten, Erkrankungen des Zentral-Nervensystems (ZNS) auszulösen. Entwarnung kommt nun von Dr. Annette Langer-Gould vom Kaiser Permanente Institut in Los Angeles, Kalifornien. Laut Dr. Langer-Gould leiden die bisher durchgeführten Studien zu diesem Thema unter einer Reihe von Einschränkungen. So waren häufig nur wenige geimpfte Personen in die Studien eingeschlossen.

In ihrer eigenen Studie haben die Forscher um Dr. Langer-Gould den Einfluss von Impfungen auf die Entstehung von MS detaillierter untersucht. Auf Basis der Krankenakten von insgesamt 780 Patienten mit MS bzw. Erkrankungen des ZNS und von 3:885 Kontrollpersonen analysierten sie die Beziehung zwischen ehemals durchgeführten Impfungen und dem späteren Auftreten von MS oder einer anderen ZNS-Erkrankung. „Wir haben in unserer Studie keinen Hinweis darauf gefunden, dass irgendein Impfstoff, einschließlich der Impfstoffe gegen Hepatitis B und HBV, bis zu drei Jahre nach erfolgter Impfung das Risiko für eine MS oder eine andere ZNS Erkrankung erhöhen könnte“, kommentiert Dr. Langer-Gould ihre Ergebnisse. „Eine Änderung bestehender Impfrichtlinien erscheint uns aus diesem Grunde nicht erforderlich.“ Allerdings gibt es auch bei dieser Studie gewisse Einschränkungen. So wurden nur sehr wenige Patientinnen mit HPV-Impfungen und nur sehr wenige ältere Patienten in die Studie eingeschlossen.

Quelle: Medical News today vom 21. Oktober 2014