Klinische Studie bestätigt Langzeitnutzen der Interferontherapie bei MS

Lyon (sr) – Eine hohe kumulative Dosis von bestimmtem Interferon sowie eine lange Behandlungsdauer ist bei Patienten mit Multipler Sklerose assoziiert mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit eines neuen Schubes, einer Behinderungsprogression oder eines Übergangs zu einer sekundär progressiven Form der MS (SPMS).Dies ist das Fazit des Vortrages zu den Ergebnissen einer Langzeitstudie, den Professor Dr. Ludwig Kappos von der Universitätsklinik Basel im Rahmen des diesjährigen ECTRIMS Kongresses in Lyon hielt.Wie Prof. Kappos darlegte, konnten nun 15 Jahre nach Beginn der Studie Daten über den Langzeitverlauf der Behandlung analysiert werden. Die Auswertung erfolgte unter den Aspekten „kumulative Expositionszeit“ und „kumulative Expositionsdosis“. Die Expositionszeit reichte von 8,8 Jahren bis 10,6 Jahren. Für die mittlere kumulative Gesamtdosis bildete Kappos zwei Gruppen: Eine „Minimum“-Gruppe mit einer kumulativen Gesamtdosis von 12,3 mg und eine “Maximum-Gruppe“ mit 94,9 mg.Es zeigte sich, dass die jährliche Schubrate in der Maximum-Gruppe deutlich geringer war als in der Minimum-Gruppe. Dies ging mit einer Verringerung des Risikos für eine Konversion in eine SPMS sowie mit einer erheblichen Minderung der Behinderungsprogression einher. Insbesondere hinsichtlich des Anteils der Patienten mit hohem Behinderungsgrad (mehr als 6 auf der EDSS-Skala, der Skala zur Messung der Schwere einer Behinderung) war eine drastische Reduktion von 52,1 % auf 13,9 % zu verzeichnen. In dieselbe Richtung wies auch die Analyse der Behandlungsdauer. Mit jedem Fünfjahres-Intervall an Interferontherapie profitierten die Patienten mit einer Verringerung des Risikos, einen ersten Schub zu erleiden. Ferner ließ sich das Risiko für eine Behinderungsprogression und das Risiko einer SPMS deutlich verringern.„Zwar war das Studiendesign nicht geeignet sei, um ursächliche Zusammenhänge aufzudecken. Die Ergebnisse sind jedoch im Einklang mit anderen Studienergebnissen, die den Vorteil einer hochdosierten, frühzeitigen und langandauernden Therapie mit Interferon bereits unter Beweis gestellt haben“, so das Fazit des Vortrages von Prof. Kappos. Quelle: 28. ECTRIMS Kongress, Lyon, 10.-13.10.2012, Vortrag 129