Knochendichte bei Patienten mit Multipler Sklerose korreliert mit kognitiven Einschränkungen

Buffalo (sr) – Schon seit längerem ist bekannt, dass zwischen Multipler Sklerose und dem Auftreten einer Osteoporose ein Zusammenhang besteht. So hatten norwegische Wissenschaftler vor gut zwei Jahren berichtet, dass die Knochendichte bereits bei neu an MS Erkrankten deutlich verringert sein kann. Forscher der Staatlichen Universität New York in Buffalo um Dr. S Batista haben nun die Ursachen dafür näher untersucht. „Kürzlich wurde entdeckt, dass der Knochenstoffwechsel direkt durch zentrale Mechanismen im Gehirn gesteuert wird“, so Batista. „Wir wollten nun herausfinden, ob die Veränderung der Knochendichte bei MS-Patienten möglicherweise mit den krankhaften Veränderungen im Gehirn dieser Patienten zusammenhängt. Da kognitive Beeinträchtigungen bei MS-Patienten sehr gut mit dem Grad der Neurodegeneration korrelieren, haben wir untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen Knochendichte und Hirnleistungsstörungen besteht.“Die Forscher werteten dazu die Krankenakten von insgesamt 56 Patienten mit MS aus. Insgesamt hatten 23 (41,1 %) der MS-Patienten eine Osteopenie (Vorstufe der Osteoporose) oder eine Osteoporose. Bei den Patienten mit kognitiven Einschränkungen war die Knochendichte im Oberschenkelknochen signifikant geringer als bei Patienten ohne diese Einschränkungen. In der Patienten-Gruppe mit Hirnleistungsstörungen zeigten 59,3 % entweder eine Osteopenie oder eine Osteoporose gegenüber 24,1 % in der nicht von kognitiven Einschränkungen betroffenen Gruppe.„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die entzündlichen und neurodegenerativen Prozesse bei der MS die zentralen Mechanismen, die für den Knochenstoffwechsel verantwortlich sind, direkt beeinträchtigen, so Batista in seinem Fazit.Quelle: Multiple Sclerosis Journal, 2012;18(10):1459-1465