Kognitive Defizite sind ein frühes Symptom der Multiplen Sklerose

New Orleans (sr) – Die geistige Leistungsfähigkeit von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) ist schon früh eingeschränkt. Dies ist ein Ergebnis einer großen Untersuchung, die Dr. Anat Achiron vom Sheba Medical Center in Tel-Hashomer, Israel, auf dem diesjährigen Kongress der Amerikanischen Neurologischen Akademie in New Orleans vorstellte.In die Studie eingeschlossen wurden 1500 MS-Patienten mit einer mittleren Erkrankungsdauer von ca . 10 Jahren. Dabei zeigte sich, dass die geistige Leistungsfähigkeit bei MS-Patienten durchgängig unter dem Durchschnitt einer alters- und bildungsadjustierten Vergleichsgruppe lag. Als häufigstes Problem wurde bei 36,9 % der Patienten eine Verlangsamung der Informationsverarbeitung festgestellt, gefolgt von einer mangelnden Integrität exekutiver Funktionen bei 31,4 %. Die Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit gehen dabei dem eigentlichen klinischen Krankheitsbeginn im Durchschnitt um etwas mehr als ein Jahr voraus. Vergleicht man die verschiedenen MS Formen, waren die kognitiven Defizite bei Patienten mit sekundär-progressiver MS am stärksten ausgeprägt.Allerdings vermelden die Forscher auch ermutigende Aspekte: “Der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit war ab dem 5. Jahr nach Erkrankungsbeginn signifikant geringer, als wir dies erwartet haben”, erklärt Dr. Achiron. Dies sei möglicherweise die Folge einer Verringerung der Krankheitsaktivität aufgrund der immunmodulatorischen Therapie. “Vor diesem Hintergrund könnte eine frühe immunmodulatorische Therapie dazu beitragen, das Entstehen kognitiver Defizite zu verhindern”, so Dr. Achiron.Quelle: Achiron A., et al. Modeling Long-Term Cognitive Decline in Multiple Sclerosis: A Population-Based Cross-Sectional Epidemiological Study, Poster AAN, New Orleans 2012, P04.111