Kontrolle der Entzündungsaktivität bei MS wird realistischer

Adelaide (sr) – Forscher der Universität Adelaide in Australien um Dr. Iain Comerford haben ein neues Molekül mit der Bezeichnung PI3Kγ entdeckt, das an der Aktivierung und Fortbewegung weißer Blutkörperchen beteiligt ist. Das Wissenschaftlerteam um Dr. Comerford konnte nun zeigen, dass dem Molekül bei der Entwicklung der experimentellen Autoimmunenzephalitis (EAE), dem Tiermodell der MS, eine bedeutende Rolle zukommt. Wird PI3Kγ durch eine entsprechend aktive Substanz blockiert, sind die Versuchstiere gegen die Entwicklung einer EAE und damit gegen die für die MS typischen Nervenschäden geschützt. Einige der klinischen Symptome der Krankheit waren unter diesen Bedingungen sogar reversibel.„Durch das Blockieren von PI3Kγ werden die Aktivierung von autoreaktiven Immunzellen und die Freisetzung von entzündungsfördernden Molekülen verringert. Darüber hinaus wird die Wanderung von Immunzellen zum zentralen Nervensystem reduziert“, erklärt Dr. Comerford, der seine Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift PLoS Online publiziert hat. „Unsere bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass PI3Kγ-Blocker bei demyelinisierenden Krankheiten wie der MS als Therapeutika eingesetzt werden könnten. Es muss nun weiter erforscht werden, ob die gezielte Blockade des Moleküls ein wirksamer und sicherer Weg ist, Patienten mit Multipler Sklerose zu behandeln.“Quelle: PLoS Online. 2012;7(9):e45095. doi: 10.1371/journal.pone.0045095. Online publiziert am 13. Sept. 2012