Lassen sich die Nervenschädigungen bei Multipler Sklerose reparieren?

Edinburgh (sr) – Bei der Multiplen Sklerose wird durch den Angriff fehlgesteuerter Immunzellen das Myelin zerstört. Myelin ist ein Eiweißstoff der die Nervenfortsätze umgibt und isoliert und damit für die störungsfreie Weiterleitung der elektrischen Impulse am Nerv entlang verantwortlich ist. Wird das Myelin zerstört, kommt es bei den Betroffenen zu den typischen Symptomen der MS. Die MS schreitet aber nicht nur wegen der fortgesetzten Zerstörung des Myelins fort, sondern auch aufgrund des Versagens der natürlichen Reparaturprozesse. Forscher der Universitäten in Cambridge und Edinburgh um Dr. Veronique Miron haben nun herausgefunden, dass Zellen des Immunsystems, die Makrophagen oder „Fresszellen“ maßgeblich an Regenerationsprozessen im Körper mitwirken. Makrophagen spielen normalerweise eine wesentliche Rolle bei der Abwehr des Körpers von Mikroorganismen und bei Abräumvorgängen alternder bzw. zerstörter Zellen, indem sie diese in ihre Zellkörper aufnehmen und verdauen. Dr. Miron und ihre Mitarbeiter konnten nun zeigen, dass eine bestimmte Gruppe von Makrophagen, die sogenannten M2-Makrophagen, an der Regeneration des Myelins beteiligt sind. Die Zellen, die im Gehirn und im Rückenmark für die Produktion des Myelins verantwortlich sind, sind die sogenannten Oligodendrozyten.  Um herauszufinden, ob die von M2-Makrophagen freigesetzten Eiweißstoffe Oligodendrozyten zur vermehrten Produktion von Myelin anregen, ließen die Forscher die M2-Eiweiße im Reagenzglas auf die Zellen einwirken. Tatsächlich produzierten die Zellen darauf hin mehr Myelin. Wurden die Makrophagen anschließend entfernt, stellten die Oligodendrozyten ihre Myelinproduktion wiederum weitgehend ein. In weiteren Versuchen konnten Dr. Miron und ihr Team dann nachweisen, dass speziell ein bestimmter von den Makrophagen hergestellter Eiweißstoff, das Activin-A, für deren regenerative Wirkung auf das Myelin verantwortlich ist.„Die bisherigen Therapieansätze bei der Multiplen Sklerose heben darauf ab, die Myelinzerstörung zu vermindern. „Die Ergebnisse unserer Studie können helfen, neue Ansatzpunkte für Arzneimittel zu finden, die die Myelinregeneration erhöhen und dazu beitragen, die gestörten Funktionen bei Patienten mit MS wieder herzustellen“, glaubt Dr. Miron. Quelle: Medical News Today vom 23. Juli 2013