Mikroglia schützt Nervenzellen vor Degeneration

CLEVELAND (sr) – Eine bestimmte Art von Zellen des angeborenen Immunsystems, die sogenannte Mikroglia, scheinen das Fortschreiten neurodegenerativer Prozesse im Gehirn zu verlangsamen.

Dies haben Forscher am Department für Neurowissenschaften am Institut für Klinische Forschung der Cleveland Klinik herausgefunden. Bisher sind viele Forscher davon ausgegangen, dass die Aktivierung von Mikroglia z. B. durch Verletzungen oder Erkrankungen des Gehirns zu entzündlichen Prozessen und zur Zerstörung von gesunden Nervenzellen führt. Den Forschern aus Cleveland mit ihrem Leiter Dr. Bruce Trapp ist es nun mithilfe der 3D Elektronenmikroskopie gelungen, die Aktivierung der Mikroglia und die daraus resultierenden Ereignisse im Tiermodell nachzuvollziehen. Sie fanden dabei heraus, dass die Mikroglia bei Aktivierung zu sogenannten “hemmenden Synapsen” wandert. Dies sind Kontaktstellen zwischen Nervenzellen, die die Weiterleitung von Informationen blockieren. Diese Blockaden werden durch die Mikroglia gelöst und damit die neuronale Informationsweiterleitung verbessert. Gleichzeitig löst dies eine Kette von Ereignissen aus, die das Überleben von Nervenzellen fördert. “Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Faktoren des angeborenen Immunsystems einen Schutzeffekt nach Verletzungen und chronischen Erkrankungen des Gehirns ausübt”, erklärt Dr. Trapp. “Möglicherweise können wir die schützenden Eigenschaften der Mikroglia nutzen, um das Fortschreiten neurodegenerativer Erkrankungen wie der MS oder der Alzheimer´schen Krankheit zu verhindern.”

Quelle: Pathways Newsletter des Departments für Neurowissenschaften am Cleveland Clinic’s Lerner Research Institute vom August 2014