MS bei Kindern – Eine besondere Herausforderung

Hamburg (sr) – Auch wenn der Anteil der Patienten, die vor dem 16. Lebensjahr an MS erkranken, mit 3 – 5 % relativ gering ist, stellen die MS im Jugendalter doch eine besondere Herausforderung für den Therapeuten dar.Dies betrifft u.a. die Prognose der Erkrankung, die in der Regel schlechter ist als bei Patienten, die erst im Erwachsenenalter erkranken, so Prof. Volker Mall vom KBO-Kinderzentrum der TU München in seinem Vortrag beim 8. Innovativen MS Symposium der Firma Merck Serono in Hamburg ausführte.Bei jugendlichen Patienten geht die Erkrankung schon frühzeitig in einen „sekundär progredienten“ Verlauf über, also in ein Stadium, in dem sich die neurologischen Schäden nicht mehr wie bei der schubförmigen MS zurückbilden. Auch entwickelt sich oft ein höherer Behinderungsgrad.Leider gibt es für die derzeit verfügbaren immunmodulatorischen Arzneimittel bei Kindern und Jugendlichen nur wenige klinische Daten. Am besten dokumentiert für den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen ist laut Prof. Mall noch das subkutane Interferon ß-1a. So orientieren sich die Therapiestrategien im Wesentlichen an denen des Erwachsenenalters. Wenngleich sie in ihrer Umsetzung auf Grund des häufig fulminanten Erkrankungsbeginns und des Alters der Patienten gelegentlich Schwierigkeiten in der Umsetzung bereiten können.Quelle: V. Mall,  MS bei Kindern und Jugendlichen – Differenzialdiagnosen und Therapiestrategien