MS-Patienten geben elektronischen Injektor gute Note beim Anwendungskomfort

Chieti (sr) – Patienten mit chronischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose (MS) sind unter Umständen auf eine lebenslange Injektionstherapie mit krankheitsmodifizierenden Substanzen wie die Interferone angewiesen. Umso wichtiger ist es deshalb, dass die verwendeten Injektionshilfen gut handhabbar und sicher sind und idealerweise auch eine möglichst schmerzarme Injektion ermöglichen. Inwieweit diese Kriterien für einen elektronischen Injektor zutrifft, untersuchten Prof. Allessandra Lugaresi und Kollegen im Rahmen einer multizentrischen Anwendungsbeobachtung in zehn Zentren in Italien.119 Patienten mit schubförmiger MS wurden in die Anwendungsbeobachtung eingeschlossen. Alle Patienten verabreichten sich über die Studiendauer von 12 Wochen subkutanes Interferon ß-1a mithilfe eines elektronischen Injektors. Nach Abschluss der Studie wurden sie zur Handhabbarkeit des Injektors befragt.Nach Einschätzung der Patienten war sein Anwendungskomfort der größte Vorteil des elektronischen Injektors. Als „sehr einfach“ bewerteten sie u.a. die Durchführung der Injektion selbst, den Austausch der Wirkstoffpatrone sowie die Lagerung und den Transport des Injektors. Auch das Aufstecken und Entfernen der Nadel wurde als „sehr einfach“ bezeichnet. Als weitere wichtige Eigenschaften betrachteten die Patienten das seltenere Auftreten von Schmerzen an der Injektionsstelle sowie die verringerte Anzahl grippeähnlicher Symptome.Die einfache Handhabbarkeit und der Anwendungskomfort könnte MS-Patienten ermutigen, die Therapie mit subkutanem Interferon ß-1a nicht vorzeitig abzubrechen. Auch Patienten mit beeinträchtigten manuellen Fähigkeiten könnten von diesen Eigenschaften profitieren mit der Folge einer höheren Zufriedenheit und Unabhängigkeit dieser Patienten, so das Fazit von Prof. Lugaresi.Quelle: A. Lugaresi et al. BMC Neurology 2012; 12: 7 (Epub ahead of print)