MS-Patienten mit Fatigue leiden häufig unter Schlafapnoe

Quebec (sr) – Viele Patienten mit Multipler Sklerose (MS) leiden unter Fatigue. Die Betroffenen klagen über schnelle Ermüdbarkeit und Energielosigkeit. Sie fühlen sich in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt und sind häufig nicht mehr in der Lage, einfachste Alltagsaktivitäten durchzuführen. Bis heute sind die  Ursachen für die Fatigue bei MS nicht eindeutig geklärt. Neben den Schädigungen des Zentralnervensystems, die zu langsameren Reaktionen und extremer Müdigkeit führen, vermutet man auch Ursachen, die nicht direkt auf die MS zurückzuführen sind.Wissenschaftler der McGill-Universität in Quebec, Kanada, um Dr. Marta Kaminska haben nun den Zusammenhang der MS-Fatigue mit dem Vorliegen einer sogenannten obstruktiven Schlafapnoe (OSA) untersucht. Bei der OSA kommt es während des Schlafes durch das Erschlaffen der Gaumenmuskulatur zu einem teilweisen oder vollkommenen Verschluss der Atemwege. Durch den Sauerstoffmangel wachen die Betroffenen dann, manchmal bis zu hundert Mal pro Nacht auf.Die Forscher führten bei insgesamt 62 Patienten mit MS ohne bekannte Schlafstörungen sowie 32 gesunden Kontrollpatienten im Schlaflabor eine Polysomnographie durch (Kombination verschiedener Diagnosemethoden wie Langzeit-EKG, Hirnstrommessung, Messung der Augenbewegung, Messung des Atemflusses etc.).Dabei wurde bei 36 der 62 MS Patienten und bei 15 der 32 Kontrollpatienten zwar eine OSA mit luftnotbedingtem Aufwachen festgestellt. Ein eindeutiger Zusammenhang zum Bestehen einer Fatigue ließ sich aber nur bei den MS-Patienten verifizieren. „Bei MS-Patienten ist eine obstruktive Schlafapnoe ein häufiger Befund“, kommentiert Dr. Kaminska ihre Ergebnisse. „Dabei besteht bei diesen Patienten ein eindeutiger Zusammenhang zum Vorliegen eines Fatigue-Syndroms. Dieser Zusammenhang ist unabhängig davon, ob eine MS-bedingte Behinderung vorliegt oder die Patienten eine immunmodulierende Behandlung erhalten hatten.“Quelle: M. Kaminska und Kollegen, Multiple Sclerosis Journal, August 2012, Band 18, Nr. 8, Seiten 1159-1169