Multiple Sklerose bei Kindern an den Augen erkennen

München (sr) – Multiple Sklerose beginnt bei Kindern und Jugendlichen häufig mit Sehstörungen. Darauf macht die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) anlässlich einer Studie aufmerksam. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, da die Behandlung den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen kann.Etwa jeder zwanzigste Patient erkrankt bereits als Kind oder Jugendlicher. Eine rückblickende Untersuchung der Göttinger Universitäts-Augenklinik zeigt nun, dass fast die Hälfte der jungen Patienten über Beschwerden an den Augen klagen. Die Forscher analysierten die Daten von 44 Kindern mit MS, die zwischen 1997 und 2011 an der Universitätsaugenklinik Göttingen untersucht wurden. Darin zeigte sich, dass bei den jungen Patienten häufig eine Entzündung des Sehnervs auftrat.„Diese Entzündung macht sich durch plötzliche Sehstörungen bemerkbar, die von Schmerzen begleitet sein können“, erläutert DOG-Experte Professor Dr. med. Joachim Esser von der Universitäts-Augenklinik Essen. Bei vielen Kindern in der Göttinger Studie äußerten sich erste Anzeichen einer Erkrankung in unkontrollierbaren, rhythmischen Augenbewegungen. Dabei bewegen sich die Augen aus der neutralen Position in mehr oder weniger regelmäßiger Folge schlagartig nach oben. Mitunter führt Multiple Sklerose bei den jungen Patienten auch früh zu einer Schwäche in den Augenmuskeln mit dem Auftreten von Doppelbildern, zu Lichtempfindlichkeit, Fremdkörpergefühl im Auge oder zu tränenden Augen. „Augenärzte sind in der Regel mit den Symptomen von Multiple Sklerose vertraut“, sagt Professor Dr. med. Christian Ohrloff, Pressesprecher der DOG aus Frankfurt am Main. Kinder und Jugendliche mit diesen Störungen sollten einen Augenarzt aufsuchen, rät die DOG. Häufig fänden sich harmlose Ursachen für die Symptome. Wenn aber eine Multiple Sklerose vorliegt, könne eine frühzeitige Therapie den Verlauf der Erkrankung bessern.Quelle: Pressemitteilung der Deutschen ophtalmologischen Gesellschaft vom 29.08.2012