Multiple Sklerose im 21. Jahrhundert – Wissenschaftler erarbeiten Empfehlungen zur Verbesserung der Versorgung von MS-Patienten

Bamberg (sr) – Trotz der Erkenntnis, dass eine frühzeitige Behandlung der Multiplen Sklerose kosteneffektiv ist und entscheidend zur Lebensqualität der Betroffenen beiträgt, gibt es noch immer keinen einheitlichen Behandlungsstandard. In der Öffentlichkeit, aber auch bei den Ärzten und Patienten selbst fehlt es generell am Bewusstsein für diese Krankheit. Eine Experten-Gruppe aus Neurologen, Patientenvertretern und Vertretern nationaler MS-Gesellschaften um Prof. Peter Rieckmann, Direktor der Abteilung für Neurologie des Klinikums Bamberg, hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, gemeinsame Empfehlungen für die Verbesserung der Versorgung von MS-Patienten zu erarbeiten. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden nun in der Fachzeitschrift “Journal of Neurology” veröffentlicht. Danach soll das übergreifende Ziel der zukünftigen MS-Versorgung die “Freiheit von Krankheit” durch unbeschränkten Zugang zu einer personalisierten Behandlung ohne Erstattungsprobleme seitens der Kostenträger sein. Sieben von den Experten formulierte Prinzipien sollen helfen, dieses Ziel zu erreichen:”Wir glauben, dass jeder Patient das Recht auf frühzeitige Diagnose, auf mehr und bessere Behandlungsoptionen, Rehabilitations- und Regenerationsstrategien und auf ein wirksames Management seiner MS hat”, fassen die Experten ihre Empfehlung zusammen. “Wir sind derzeit dabei, dafür die Unterstützung weiterer Einzelpersonen aber auch von Verbänden und Patientenorganisationen zu gewinnen”.Quelle: P. Rieckmann und Kollegen, Journal of Neurology, online veröffentlicht am 31.08.2012