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„Jeden Morgen wache ich auf und mein erster Gedanke gilt keineswegs meiner Krankheit. Nach der Diagnose (das war mit 23) begann ich Schritt für Schritt mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. In der MS-Sprechstunde an der Uniklinik hat mir mein behandelnder Neurologe gesagt, dass eine hochdosierte Therapie mir die Chance bieten kann, solange wie möglich ganz normal zu leben. Ein früher Therapiebeginn erhöhe diese Chance noch, die MS in den Griff zu bekommen. Ich habe daraufhin den Entschluss gefasst, mit der Behandlung zu beginnen. Mein ganzes Leben liegt doch noch vor mir – da ist kein Platz für den Rollstuhl!“

Florian G., 25 Jahre, Karlsruhe

So viel Entscheidungskraft wie Florian haben nicht alle Betroffenen. Die Hoffnung, dass der nächste Schub noch lange auf sich warten lässt, und die Angst, mit den Spritzen nicht klarzukommen, überwiegen manchmal. In dieser Situation hilft nur, sich über die Krankheit zu informieren und sich auszutauschen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und mit anderen Betroffenen, schildern Sie Ihre Ängste und Gefühle – und finden Sie Ihren Weg in ein aktives und ausgefülltes Leben trotz Multipler Sklerose.

Therapieoptionen bei MS

Über viele Jahre hinweg war die Behandlung von MS-Patienten schwierig, weil wirksame Medikamente fehlten. Diese Situation hat sich in den vergangenen Jahren entscheidend verbessert. Heute ist Multiple Sklerose zwar immer noch nicht heilbar, aber dank der medizinischen Forschung gibt es inzwischen eine Reihe hochwirksamer Therapien. Diese können den Krankheitsverlauf lindern und verlangsamen. MS-Patienten benötigen in der Regel zwei Arten von Therapie: Akut auftretende MS-Schübe werden mit Kortison-Präparaten (Kortikosteroide) behandelt. Die Langzeitbehandlung, auch Basistherapie genannt, kann prophylaktisch vor neuen Schüben schützen.

MS-Basis Therapeutika gibt es von folgenden Herstellern:

Hersteller Herkunft
Bayer Deutschland
Biogen Idec USA
Merck Deutschland
Novartis Schweiz
TEVA Israel
Genzyme USA

Mit den verfügbaren Basistherapeutika stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die Krankheitsschübe vermeiden und das Fortschreiten von Behinderungen verzögern können.

Akuttherapie mit Kortikosteroiden

Kortison-Präparate verringern die Dauer und Intensität von Schüben bei akuter Krankheitsaktivität. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Unterdrückung des Immunsystems, also ein entzündungshemmender Effekt. Außerdem werden Wasseransammlungen (Ödeme) im ZNS vermindert und die Funktion der Blut-Hirn-Schranke wird wiederhergestellt. Akute und kurzzeitige Behandlungen sind im Allgemeinen gut verträglich. Kortikosteroide eignen sich jedoch nicht für Langzeitbehandlungen, weil sie dann z. B. Osteoporose auslösen können. Sie unterstützen lediglich die Erholung von einem akuten Schub.

Basistherapie mit Interferon beta-1a

Interferon beta-1a ist ein moderner Wirkstoff, der u. a. zur Langzeitbehandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um ein körpereigenes Eiweiß, das unser Immunsystem bei der Krankheitsbekämpfung auf mehrfache Weise unterstützt:

  • Die Aktivierung von aggressiven körpereigenen Zellen wird vermindert
  • Die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe wird eingeschränkt
  • Das Einwandern der aggressiven körpereigenen Zellen in das Nervensystem wird herabgesetzt
  • Die Entzündungsvorgänge im zentralen Nervensystem werden gedämpft

So profitieren MS-Patienten von hochwirksamer Basistherapie

Die Basistherapie kann körperliche Beeinträchtigungen verzögern – an ihrer Wirksamkeit und Sicherheit besteht heute kein Zweifel mehr. Hochwirksame Basistherapie bedeutet, das Fortschreiten der Erkrankung auf drei Ebenen zu verzögern:

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Beginnen Sie Ihre Therapie möglichst frühzeitig!

Viele Patienten zögern nach Ihrer MS Diagnose damit, ihre Basistherapie zu beginnen. Dabei gibt es gute Gründe, keinen Tag länger als notwendig verstreichen zu lassen. Medizinische Studien zeigen, weshalb ein früher Therapiebeginn so wichtig ist:

Sie gewinnen Zeit bis zum Eintritt in die chronische Krankheitsphase Wenn die Therapie unmittelbar nach dem ersten Schub begonnen wird, kann ein Eintritt der Multiple Sklerose in die chronische Krankheitsphase deutlich verzögert werden – im Schnitt um 213 Tage!