Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Hier findest du umfassende Informationen zu Ursache, Verlauf und Prognose.

Multiple Sklerose betrifft sowohl das Gehirn, als auch das Rückenmark.1 Die Erkrankung lässt Entzündungen entstehen, die zu zahlreichen Symptomen führen können. Welche das sind erfährst Du hier. Da sich bei MS von Patient zu Patient ein unterschiedlicher Krankheitsverlauf  (Link: Krankheitsverlauf), lässt sich nur schwer eine allgemeingültige Aussage über die Erkrankung treffen.2 Aus diesem Grund wird sie auch als „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ bezeichnet.1

Was löst MS aus?

Bisher ist noch nicht eindeutig geklärt, was Multiple Sklerose verursacht. Die meisten Forscher nehmen an, dass Faktoren wie ein fehlgeleitetes Immunsystem, Infektionen sowie genetische Prädisposition für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich sind.2 Daneben scheinen auch Einflussfaktoren wie Umwelt und Herkunft3 eine Rolle zu spielen.2 

Was passiert bei MS?

Bei der Erkrankung richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper. Dabei kommt es im zentralen Nervensystem zu Entzündungen, die dazu führen, dass das Myelin der Nervenfasern beschädigt oder sogar zerstört wird. Myelin kannst Du Dir wie eine Art „Isolierschicht“ vorstellen, die die Nervenfasern umhüllt. Diese Schicht sorgt bei einem gesunden Menschen dafür, dass Nervenimpulse mittels der Nervenfasern etwa zehnmal schneller über das Rückenmark in den restlichen Körper geleitet und empfangen werden als es ohne Myelin der Fall wäre.1 Durch die Erkrankung können unterschiedlich viele (vielfach=multiple) Stellen des Nervensystems betroffen sein, sodass in der Folge verschiedene Symptome auftreten können.1 Hier erfährst Du mehr über mögliche Krankheitszeichen.

Ms Nervenfaser

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Nervenfasern. Das Myelin ist grün, die Nervenfaser ist rosa und das Bindegewebe ist blau.

Wie verläuft MS?

Multiple Sklerose tritt grundsätzlich drei verschiedenen Verlaufsformen auf: 

1. Schubförmig remittierende MS:
Die häufigste Form ist die schubförmig remittierende MS.4 Diese Art der MS verläuft in Schüben (Link: Schub/Symptome). Das bedeutet für den Patienten, dass die Symptome nicht dauerhaft bestehen, sondern phasenweise beziehungsweise schubweise auftreten. Bei einem Schub können neue Beschwerden hinzukommen oder bereits bestehende Beschwerden verstärkt werden. Diese bilden sich häufig zurück, können aber im weiteren Verlauf der Erkrankung auch bestehen bleiben. In der schubfreien Zeit kommt es zu keiner Verschlechterung des Gesundheitszustands.5

2. Sekundär chronisch progrediente MS:
Bei dieser Form geht die schubförmig-remittierende MS in einen chronischen Verlauf über. Dabei reduziert sich zwar die Anzahl der Schübe, dafür kommt es aber zu einer fortlaufenden Zunahme der Beschwerden. Auch bei dieser Form kann es Phasen des Stilstands geben.5

3. Primär chronisch-progrediente MS: 
Bei der primär chronisch-progredienten MS verschlechtert sich die Erkrankung von Beginn an kontinuierlich, häufig ohne abgrenzbare Schübe.4 Zwischenzeitlich kann es zum Stillstand der Erkrankung kommen.5

Bisher lässt sich nicht vorhersagen, in welchen Abständen Schübe auftreten und welche Beschwerden sie zur Folge haben.5 Es kann auch vorkommen, dass sich der Krankheitsverlauf über die Jahre ändert oder die MS von der einen in die andere Form übergeht (beispielsweise von schubweise zu konstant verschlechternd).

Wie lässt sich MS behandeln?

Bisher lässt sich Multiple Sklerose noch nicht heilen.1 Jedoch gibt es dank intensiver Forschung mittlerweile verschiedene Medikamente, die den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen und den Betroffenen ein freieres und selbstständigeres Leben ermöglichen können.1 Neben medikamentösen Therapiemöglichkeiten, gibt es ergänzend auch symptomatische Behandlungen wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie, die ganz individuell und gezielt auf die Beschwerden der Patienten angepasst werden können.6 Mehr Informationen zu den einzelnen Therapiemöglichkeiten findest Du hier.

Wie sieht die Prognose aus?

Multiple Sklerose verläuft immer individuell. Deshalb kann keine klare Prognose über den Krankheitsverlauf (Link: Krankheitsverlauf) gestellt werden. Nur sehr selten (bei weniger als fünf Prozent der Betroffenen) führt die Erkrankung innerhalb weniger Jahre zu einer schweren Behinderung.2

${open ? "Fußnoten ausblenden" : "Fußnoten einblenden"}