MS betrifft sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark.1 Die Erkrankung lässt Entzündungen entstehen, die zu zahlreichen Symptomen führen können. Da sich bei MS von Patient zu Patient ein unterschiedlicher Krankheits-Verlauf zeigt, lässt sich nur schwer eine allgemeingültige Aussage über die Erkrankung treffen.2 Aus diesem Grund wird sie auch als „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ bezeichnet.1

Wie häufig tritt Multiple Sklerose auf?

In Deutschland leben mehr als 200.000 Menschen mit MS. Weltweit sind es nach Schätzungen etwa 2,5 Millionen. MS wird vor allem bei jüngeren Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren diagnostiziert. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer.2

Was löst Multiple Sklerose aus?

Bisher ist noch nicht eindeutig geklärt, was MS verursacht. Die meisten Forscher nehmen an, dass Faktoren wie ein fehlgeleitetes Immunsystem, Infektionen sowie genetische Prädisposition für die Entstehung der Krankheit verantwortlich sind.2 Daneben scheinen auch Einflussfaktoren wie Umwelt und die Herkunft des Patienten eine Rolle zu spielen.2, 3

Was passiert bei Multiple Sklerose?

Bei der Krankheit richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper. Dabei kommt es im zentralen Nervensystem zu Entzündungen, die dazu führen, dass das Myelin der Nervenfasern beschädigt oder sogar zerstört wird. Myelin kannst Du Dir wie eine Art „Isolierschicht“ vorstellen, die die Nervenfasern umhüllt. Diese Schicht sorgt bei einem gesunden Menschen dafür, dass Nervenimpulse mittels der Nervenfasern etwa zehnmal schneller über das Rückenmark in den restlichen Körper geleitet und empfangen werden, als es ohne Myelin der Fall wäre.1 Durch die Erkrankung können unterschiedlich viele (vielfach = multiple) Stellen des Nervensystems betroffen sein, sodass in der Folge verschiedene Symptome der Multiple Sklerose auftreten können.1

Ms Nervenfaser

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Nervenfasern. Das Myelin ist grün, die Nervenfaser ist rosa und das Bindegewebe ist blau.

Wie verläuft Multiple Sklerose?

MS tritt grundsätzlich in drei verschiedenen Verlaufsformen auf.

Verlaufsformen von Multipler Sklerose

  1. Schubförmig remittierende MS
  2. Sekundär chronisch progrediente MS
  3. Primär chronisch-progrediente MS

Einzelheiten zu den Verlaufsformen von Multipler Sklerose

1. Schubförmig remittierende Multiple Sklerose:

Die häufigste Form ist die schubförmig remittierende MS.4 Diese Art der MS verläuft in Schüben. Das bedeutet für den MS-Patienten, dass die Symptome nicht dauerhaft bestehen, sondern phasenweise, beziehungsweise im Schub auftreten. Bei einem MS-Schub können neue Beschwerden hinzukommen oder bereits bestehende Beschwerden verstärkt werden. Diese bilden sich häufig bei Patienten zurück, können aber im weiteren Verlauf der Krankheit auch bestehen bleiben. In der schubfreien Zeit kommt es zu keiner Verschlechterung des Gesundheitszustandes.5

2. Sekundär chronisch progrediente Multiple Sklerose:

Bei dieser Form der MS geht die schubförmig-remittierende Multiple Sklerose in einen chronischen Verlauf über. Dabei reduziert sich zwar die Anzahl der Krankheitsschübe, dafür kommt es aber zu einer fortlaufenden Zunahme der Symptome. Auch bei dieser Form von MS kann es Phasen des Stillstandes geben.5

3. Primär chronisch-progrediente Multiple Sklerose:

Bei der primär chronisch-progredienten MS verschlechtert sich die Erkrankung von Beginn an kontinuierlich beim Patienten, häufig ohne abgrenzbare Schübe.4 Zwischenzeitlich kann es zum Stillstand der MS-Erkrankung kommen.5 Bisher lässt sich nicht vorhersagen, in welchen Abständen ein Schub bei Multipler Sklerose auftritt und welche Beschwerden er zur Folge haben kann.5 Es kann auch vorkommen, dass sich der Krankheitsverlauf bei Patienten über die Jahre ändert oder die MS von der einen in die andere Form übergeht (beispielsweise von schubweise zu konstant verschlechternd).

Welche Symptome treten bei Multiple Sklerose auf?

verschiedene Symptome auf. Viele von ihnen sind auch typisch für andere Erkrankungen, sodass eine Diagnose oft erschwert ist.2 Zu den häufigsten Symptomen gehören unter anderem Seh- und Bewegungsstörungen sowie Fatigue. Erfahre hier mehr.

Wie sieht die Behandlung der Multiple Sklerose aus?

Bisher lässt sich Multiple Sklerose noch nicht heilen.1 Jedoch gibt es dank intensiver Forschung mittlerweile verschiedene Therapien, die den Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen und dem Patienten ein freieres und selbstständigeres Leben ermöglichen können.1

Ziele der Multiple-Sklerose-Behandlung

  • Hemmung der akuten Entzündungs-Reaktion eines Schubes zu hemmen (Schubtherapie)2
  • Aufhalten des Fortschreitens der Erkrankung2
  • Verlängerung der beschwerdefreien/-armen Zeit (verlaufsmodifizierende Therapie)2

Neben medikamentösen Therapie-Möglichkeiten, gibt es ergänzend auch die symptomatische Behandlung. Dazu gehören beispielsweise die Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Die Behandlung soll zur Linderung der MS-Symptome beitragen und Komplikation vorbeugen.2 Außerdem kann diese Form der Behandlung ganz individuell und gezielt auf die Beschwerden der Betroffenen angepasst werden können.6 Mehr Informationen zu den einzelnen Therapie-Möglichkeiten findest Du hier.

Wie sieht die Prognose bei Multiple Sklerose aus?

MS verläuft immer individuell. Deshalb kann keine klare Prognose über den Krankheitsverlauf gestellt werden. Nur sehr selten (bei weniger als fünf Prozent der MS-Patienten) führt die Erkrankung innerhalb weniger Jahre zu einer schweren Behinderung.2