Muss die Zahl der Multiple-Sklerose-Erkrankten in Deutschland nach oben korrigiert werden?

Hannover (sr) – Nach neueren Daten des Bundesversicherungsamtes leben in Deutschland möglicherweise deutlich mehr Multiple-Sklerose-Erkrankte als bisher vermutet. Bislang verfügbare Quellen und Schätzungen gehen von 120.000 bis 140.000 MS- Erkrankten in Deutschland aus. Nach neuen Zahlen, die das Bundesversicherungsamt auf der Grundlage von pseudonymisierten Versichertenstammdaten der gesetzlichen Krankenkassen ermittelt hat, könnte die Häufigkeit der MS in Deutschland schon im Jahr 2010 deutlich höher gelegen haben. Dies hat Dr. Gabriele Petersen in ihrer Untersuchung “Regionale Unterschiede in der Prävalenz und Pharmakotherapie von Multipler Sklerose“ herausgefunden. In einem Methodenworkshop des Bundesversicherungsamtes, bei dem sie ihre Ergebnisse vorgestellt hat, spricht sie von bundesweit bis zu 200.000 gesicherten MS-Diagnosen. Dabei ist die Verteilung der MS auf die Geschlechter gegenüber früheren Erhebungen und Schätzungen gleich geblieben: Etwa 70 Prozent der MS-Erkrankten sind Frauen. Da die Zahl der MS Erkrankten unter den Privatversicherten nicht erfasst wird, ist die Dunkelziffer bei der Häufigkeit der MS jedoch insgesamt hoch.Mehr Licht ins Dunkel bringen könnte die am 18. September 2012 in Kraft getretene Datentransparenzverordnung im Gesundheitswesen. Mit dieser Verordnung soll laut  Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr der Grundstein für die Nutzung ausgewählter Leistungs- und Abrechnungsdaten der Krankenkassengelegt werden.Quelle: DMSG Bundesverband e.V. – 15. April 2013