Nachwuchspreis 2013 des NEUROWIND e.V. geht an Ruth Stassart

Darmstadt (Merck Serono) – Der NEUROWIND-Preis für die beste Nachwuchsarbeit in der neurologischen Grundlagenforschung geht an Ruth Stassart, Göttingen. Verliehen wurde die Auszeichung im Rahmen des NEUROWIND-Wissenschaftssymposiums, das vom 25. bis 27. Oktober 2013 in Motzen bei Berlin stattfand. Stassart untersuchte die Erholung von Nervenfaserkabeln im peripheren Nervensystem nach einer Verletzung. Der NEUROWIND-Preis wird vom biopharmazeutischen Unternehmen Merck Serono gestiftet.

Der Verein zur Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses in der Neurologie NEUROWIND e.V. zeichnet einmal jährlich eine herausragende wissenschaftliche Nachwuchsarbeit aus dem deutschsprachigen Raum aus. Prämiert werden Grundlagenbeiträge aus dem Bereich der experimentellen Neurologie zu neuroinflammatorischen, neurodegenerativen oder neurovaskulären Fragestellungen.

In diesem Jahr konnte sich Ruth Stassart, Abteilung Neurogenetik des Max-Planck Instituts für experimentelle Medizin in Göttingen und Abteilung Neuropathologie der Universitätsklinik Göttingen, mit ihrer Arbeit gegenüber zahlreichen Mitbewerbern durchsetzen. Neben der wissenschaftlichen Anerkennung kann sich Stassart über ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro freuen, von dem ein großer Teil der Fortführung der prämierten Arbeit zugute kommt.

In dieser befassen sich Stassart und ihre Kollegen mit dem Molekül „Neuregulin-1“, das in verschiedenen Unterformen am Faserkabel, aber auch auf Markscheiden-bildenden Zellen (Schwannschen Zellen) vorkommt. In experimentellen Modellen konnten sie zeigen, dass ein Kontaktverlust des Nervenfaserkabels in der Schwannschen Zelle die vorübergehende Bildung von Neuregulin-1 auslöst, das dann zur Reparatur beiträgt.

„Die Arbeit von Frau Stassart kombiniert wegweisend klassische histologische Techniken mit modernen experimentellen Modellen und zeigt neue Mechanismen der Reparatur im Nervensystem auf. Diese Erkenntnisse könnten zukünftig nicht nur für Verletzungen der peripheren Nerven, sondern modellhaft auch für Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie der Multiplen Sklerose von Bedeutung sein und hier zu neuen Therapieansätzen beitragen“, begründetet NEUROWIND e.V.- Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Ralf Linker, Erlangen, die Auswahl der Jury.

Gestiftet wurde der Preis auch in diesem Jahr vom biopharmazeutischen Unternehmen Merck Serono GmbH, Darmstadt. Die zahlreichen bemerkenswerten Einsendungen zeigen erneut, wieviel förderungswürdige Forschungsleistung in der Neurowissenschaft und dem wissenschaftlichen Nachwuchs vorhanden ist.

Durch die Preisvergabe und das Wissenschaftssymposium möchte NEUROWIND e.V. den Austausch insbesondere zwischen jungen Neurowissenschaftlern fördern und auf diesem Wege neue Impulse auf dem Gebiet der Grundlagenforschung generieren.

Die unabhängige Jury des Forschungspreises von NEUROWIND e.V. setzt sich neben externen Gutachtern aus sechs Neurologen und Gründungsmitgliedern zusammen:

  • Prof. Dr. med. Sebastian Jander, Universitätsklinikum Düsseldorf
  • Prof. Dr. med. Christoph Kleinschnitz, Universitätsklinikum Würzburg
  • Prof. Dr. med. Thomas Korn, Klinikum rechts der Isar TU München
  • Prof. Dr. med. Ralf Linker, Universitätsklinikum Erlangen
  • PD Dr. med. Tim Magnus, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Sven G. Meuth, Universitätsklinikum Münster

 

 

 

 

 

Weitere Informationen zum NEUROWIND e.V. finden Sie unter www.neurowind.de.