Neue ärztliche Leitlinie zu Behandlung der Multiplen Sklerose erschienen

München/Berlin (sr) – Ärztliche Leitlinien sind wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen, in denen das aktuelle gesicherte Wissen zu einer bestimmten Therapie zusammengetragen ist. Sie sind in der Regel praxisorientiert und sollen Ärzten Orientierung bei Therapieentscheidungen geben. Eine neue Leitlinie für die Behandlung der MS wurde kürzlich von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und dem Krankheitsbezogenen Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) auf dem 84. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) vorgestellt. Die Leitlinie erörtert ausführlich die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten in der Schub-, Basis- und Eskalationstherapie. Dazu haben die Autoren ein neues Stufenschema entwickelt. Zur rechtzeitigen Einleitung einer immunmodulatorischen Therapie ist danach eine frühzeitige Diagnose erforderlich. Darüber hinaus werden alle aktuell verfügbaren MS-Therapeutika in der Leitlinie vorgestellt und konkrete Anwendungshinweise für die Praxis gegeben. Erstmals umfasst die Leitlinie auch die symptomatische Therapie wie die Physiotherapie, die Ergotherapie oder die psychologische Therapie als wichtigen Bestandteil eines umfassenden Therapiekonzeptes. Die Herausgabe einer solchen Leitlinie ist umso wichtiger, als die MS-Forschung in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte, vor allem im therapeutischen Bereich gemacht hat.„So erfreulich diese Entwicklung auch ist, umso wichtiger wird es, Handlungsempfehlungen für die niedergelassenen Kollegen auszusprechen, da die neuen Wirkstoffe auch Therapierisiken mit sich bringen“, meint Prof. Dr. Ralf Gold, Vorstandsmitglied des KKNMS und der DGN, der federführend an der Erstellung der Leitlinie beteiligt war.Quelle:  Pressemitteilung des KKNMS und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 18. April 2012