Neue Daten unterstützen die frühzeitige Einleitung einer Interferon-Therapie bei Multipler Sklerose

New Orleans (sr) – Schon die Ergebnisse einer Anfang des Jahres publizierten Studie zeigten positive Effekte zugunsten einer frühzeitig begonnenen Interferon-beta-Behandlung von Patienten mit ersten Anzeichen einer beginnenden MS, dem sogenannten klinisch isolierten Syndrom. Die Studienergebnisse deckten einen Untersuchungszeitraum über zwei Jahre ab: Neue in der Kernspintomographie sichtbare Entzündungsherde waren vermindert und ein Fortschreiten der Erkrankung hinausgezögert. Auf der Jahrestagung der Amerikanischen Neurologischen Akademie in New Orleans wurden nun Ergebnisse der auf drei Jahre verlängerten Extensionsstudie vorgestellt.In den ersten beiden Jahren hatten jeweils ein Drittel der Patienten subkutanes Interferon beta-1a 3 x pro Woche, 1 x pro Woche oder Placebo erhalten. Nach Ablauf der zwei Jahre erhielten die Placebo-Patienten subkutanes Interferon beta-1a 3 x pro Woche, während die anderen Patienten weiterhin ihre ursprünglichen Dosierungen erhielten. Dabei fanden die Forscher um Dr. Mark Freedman von der Universität Ottawa, Kanada, heraus, dass – im Vergleich zur „Plazebogruppe“ – die MS-Patienten, die von Beginn an den Wirkstoff (Verum) erhielten, nach drei Jahren ein um knapp 45 % verringertes Risiko hatten, eine klinisch gesicherte MS zu entwickeln. „Es war uns zwar schon bekannt, dass ein frühzeitiger Therapiebeginn die Entwicklung einer MS aufhalten kann“ kommentierte Dr. Freedman die Studienergebnisse. „Dies ist allerdings die erste Studie, die zeigt, dass der Nutzen eines frühen Therapiebeginns auch nach drei Jahren Behandlung noch nachzuweisen ist”.Quelle: M. Freedman et al., Efficacy of two dosing frequencies of subcutaneous interferon beta-1a on the risk of conversion from a first demyelinating event to multiple sclerosis and on MRI measures of disease: 3-year results of Phase III, double-blind, multicentre trials (REFLEX and REFLEXION), Abstract AAN New Orleans 25. April 2012