Neue Kriterien für die Diagnose der MS

Amsterdam (sr) – Dass der frühzeitige Beginn einer Therapie bei Patienten mit MS den Verlauf der Erkrankung verzögern kann und somit langfristig zu einem verbesserten Therapieerfolg führt, gilt aufgrund von klinischen Studienergebnissen inzwischen als gesichert. Umso wichtiger ist aus diesem Grund, eine MS möglichst früh zu erkennen.Seit etwa einem Jahrzehnt sind die sogenannte McDonald-Kriterien Grundlage für die Diagnose einer MS. Hauptprinzip ist dabei die räumliche und zeitliche Streuung von Entzündungsherden im Zentralnervensystem. Obwohl auch den klinischen Befunden und den Ergebnissen der Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit eine gewisse Bedeutung zukommt, liegt der Schwerpunkt der McDonald-Kriterien vornehmlich auf den Ergebnissen bildgebender Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT).Nachdem schon im Jahr 2005 eine Revision der Kriterien zu einer erleichterten Diagnosestellung der MS führte, wurde aufgrund neuerer klinischer Daten kürzlich eine zweite Revision notwendig, die eine weitere Vereinfachung des Diagnoseprozesses mit weniger MRT-Untersuchungen ermöglicht. Wie die Autoren einer im Jahr 2010 erschienen Publikation dazu ausführen, werden die revidierten McDonald-Kriterien in einer Reihe von Fällen, wie z. B. bei Patienten mit einem klinisch isolierten Syndrom*, mit gleicher oder größerer Sicherheit zu einer schnelleren MS-Diagnose führen.Quelle: Polman et al. Ann Neurol 2011;69:292–302* Bei einem klinisch isolierten Syndrom (Clinically isolated Syndrome, CIS) tritt bei den Patienten eine neurologische Funktionsstörung auf, die sich auf eine lokalisierte Schädigung im zentralen Nervensystem zurückführen lässt. Die Symptome entwickeln sich schubförmig innerhalb von Stunden bis Tagen und haben eine entzündliche Genese oft einhergehend mit einer Entmarkung im zentralen Nervensystem. Typische klinische CIS Symptome sind zum Beispiel Sehstörungen, Parästhesien, Paresen. Die Symptome können monofokal oder multifokal ausgestaltet sein. Ungefähr 50 Prozent der Patienten mit einer isolierten Sehnerventzündung entwickeln im weiteren Verlauf eine klinisch sichere Multiple Sklerose (MS).