Neue Methode in der Immunologie – Grünes Licht für Antigene

München (sr) – Die Körperabwehr ist eine potente Waffe gegen Krankheitserreger. Bei Autoimmunerkrankungen greift sie aber den eigenen Organismus an. Welche Bestandteile von Bakterien, Viren oder anderen Erregern (sogenannte Antigene) die Immunabwehr im Einzelfall attackieren, lässt sich nun nachweisen. Antigene signalisieren dem Immunsystem „Gefahr“ und lösen Immunreaktionen aus, die sich bei Autoimmunkrankheiten wie der Multiplen Sklerose allerdings gegen eigenes Gewebe richten.Eine neue Methode zur Identifizierung von Antigenen könnte künftig helfen, solche fehlgeleiteten Reaktionen zu bekämpfen: Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie um die Professoren H. Wekerle und R. Hohlfeld entwickelten gentechnisch veränderte Zellen, die grün aufleuchten, wenn sie „im Reagenzglas“ durch entsprechende Antigene stimuliert werden.Ein erster Test mit einem bereits bekannten Grippe-Antigen bestätigte die Effizienz der Methode. Das Experiment war so geplant, als sei das Antigen unbekannt. Die Wissenschaftler konnten das „richtige“ aus einer Bibliothek von zahlreichen unterschiedlichen Antigenen dann zweifelsfrei identifizieren. „Die Technologie ist so empfindlich und schnell, dass mehrere Millionen Antigene in wenigen Stunden analysiert werden können. Damit öffnet sich ein breites Anwendungsspektrum, das von der Analyse von Antigenen bei Autoimmunkrankheiten wie multipler Sklerose oder Schuppenflechte bis zur Identifizierung neuer Tumor- oder viraler Antigene reicht“, erläutern die Münchner Wissenschaftler, die die Methode inzwischen auch zum Patent angemeldet haben.Quelle: Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München, veröffentlicht im Informationsdienst Wissenschaft vom 10.04.2012