Neue Regulatoren der Immunantwort bei MS entdeckt

Freiburg (sr) Mehr als 50 Jahre nach der Entdeckung der Interferone ist es Forschern der Universität Freiburg gelungen, im Tiermodell den Zusammenhang zwischen der Ausschüttung dieser körpereigenen Botenstoffe und dem Entstehen entzündlicher Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose aufzuklären.Professor Marco Prinz, Direktor der Abteilung für Neuropathologie und seine Mitarbeiter beobachteten, dass Rezeptoren, die eigentlich für die Erkennung von Grippe-, Polio- und anderen Viren notwendig sind, auch den Verlauf der Entzündungsreaktion während der MS beeinflussen. Fehlen diese Rezeptoren, wird die Krankheit verschlimmert. Ihre Aktivierung dagegen führt zur Bildung großer Mengen an Interferonen und zu einer Verbesserung der Krankheit. Wie Prinz und seine Kollegen zeigen konnten, verhindern die Interferone die Bildung bestimmter anderer Botenstoffe, die bei der MS zur Schädigung der myelinbildenden Zellen führen.„Unsere Ergebnisse stellen einen Durchbruch für das Verständnis der Interferonwirkung bei MS dar. Es besteht nun die Hoffnung, neue zellspezifische und nebenwirkungsarme Therapieansätze zur Behandlung dieser Erkrankung zu entwickeln“, so Prinz in einer Pressmitteilung der Universität Freiburg.Inwieweit diese im Tiermodell beobachteten Ergebnisse auch zu neuen Behandlungsoptionen beim MS Erkrankten führen können, sollen nun zukünftige Studien zeigen.Quelle: Universitätsklinikum Freiburg, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 05.12.2011