Neue Therapieoption für MS: Stammzellen aus der Haut

Rochester (sr) – Eine viel diskutierte Option, Krankheiten wie die Multiple Sklerose (MS) zu heilen, ist die Stammzelltherapie. Stammzellen sind Vorläuferzellen aller menschlichen Körperzellen. Mit ausgeklügelten biochemischen Methoden lassen sich aus diesen Stammzellen alle Arten von Körperzellen herstellen, so auch die sogenannten Oligodendrozyten. Oligodendrozyten sind Zellen des Nervensystems, die für die Produktion des Myelins zuständig sind. Das Myelin ist die Substanz, die die Nervenzellfortsätze umgibt und dafür sorgt, dass Nervenimpulse ungestört weitergeleitet werden können. Bei der MS wird das Myelin zerstört und es kommt zu den typischen Krankheitszeichen der MS. Forschern der Universitätsklinik Rochester in den USA ist es nun gelungen, Hautzellen von MS-Patienten durch sogenannte Re-Programmierung in Stammzellen zurückzuverwandeln. „Diese neu entstandenen Stammzellen konnten wir dann zu Vorläuferzellen der myelinproduzierenden Oligodendrozyten weiter entwickeln, sagt Dr. Steven Goldman, Neurologe an der Universitätsklinik Rochester und Hauptautor der Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Cell Stem Cell“ veröffentlicht wurde.  „Die Ergebnisse unserer Studie untermauern die Nützlichkeit der mittels dieser Methode hergestellten Stammzellen als praktikable und wirksame Option zur Behandlung von Myelinstörungen.”Klinische Studien mit diesen Zellen sind nun der nächste Schritt, den Dr. Goldman mit seinem Team ins Auge fasst. „Zusammen mit Forschern und Klinikern aus Rochester, Syracuse und Buffalo bereiten wir eine Studie vor, in der wir Patienten mit Multipler Sklerose mit den von uns aus den Hautstammzellen hergestellten Oligodendrozyten behandeln wollen“, so Goldman weiter.Quelle: Pressemitteilung der Universität Rochester, Medizinische Fakultät vom 7. Februar 2013