Neue Ziele bei der Behandlung der Multiplen Sklerose

Hamburg (sr) – Eine ganze Reihe neuer Substanzen hat die Behandlungsmöglichkeiten der Multiplen Sklerose (MS) in den letzten Jahren entscheidend verbessert. Parallel dazu hat auch das Wissen um die Entstehung der MS deutlich zugenommen.

Dementsprechend sind auch die Therapieziele wesentlich anspruchsvoller geworden. So versucht man immer mehr, die Krankheit einer umfassenderen Betrachtung zu unterziehen und die Behandlung an den individuellen Krankheitsverlauf der betroffenen Patienten anzupassen. Wie Professor Sven Meuth von der Klinik für Neurologie der Universitätsklinik Münster im Rahmen eines Symposiums der Merck Serono GmbH ausführte, wurden die Therapieziele bei MS vor dem Hintergrund des Wissenszuwachses aktualisiert und sind einer anspruchsvolleren Zielsetzung gewichen. Galt bisher das allgemeine Therapieziel, die Krankheitsprogression zu verlangsamen, steht nun die „Freiheit von klinisch relevanter und messbarer Krankheitsaktivität“ (international als „no evidence for disease activity“ bzw. NEDA bezeichnet) im Zentrum der ärztlichen Bemühungen. „NEDA“ setzt sich aus drei Komponenten zusammen, so Boris-Alexander Kallmann, Neurologe aus Bamberg, in seinem Symposiumsbeitrag. Diese drei Komponenten sind 1. Die „Freiheit“ von messbarer Behinderungsprogression, 2. Die „Freiheit“ von Schüben, sowie 3. Die „Freiheit“ von im Magnet-Resonanz-Tomogramm (MRT) sichtbarer Krankheitsaktivität. Gerade diesem dritten Punkt kommt laut Dr. Kallmann auch aus Sicht der Patienten eine zentrale Bedeutung zu, steigen doch mit der Behinderung auch Berufsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit an.

Quelle: 11. Interaktives Symposium „MS im Dialog“ der Merck Serono GmbH, 20./21. März 2015 in Hamburg