Neuer Antikörper könnte Sehnerv bei Optikusneuritis regenerieren

Dresden (sr) – Eine Entzündung des Sehnervs – eine Optikusneuritis – tritt in vielen Fällen als erstes Symptom einer Multiplen Sklerose (MS) auf. Bisher ist die mit der Entzündung einhergehende Zerstörung von Sehnervenfasern ebenso wenig behandelbar wie MS selbst. Eine neue Option stellt jetzt der Einsatz spezieller Antikörper dar, die in einer Studie mit weltweit 90 Patienten überprüft werden soll. Forscher sehen darin die Perspektive, dass sich der Sehnerv nach einer entzündlichen Schädigung regeneriert. Bestimmte Stoffe im Gehirn hemmen die Regeneration von Nervenzellen bzw. der Isolationszellen der Nervenfasern. So ist die Fähigkeit der Nerven blockiert, die sie umgebende Schutzschicht – das Myelin – zu bilden. Dies hat gute Gründe: Bei einer Regeneration von Zellen können immer wieder Fehler auftreten, die das gesamte Nervensystem und in der Folge viele Körperfunktionen empfindlich stören könnten. Die Studien-Antikörper sollen nun die Blockade der Myelin-Produktion aufheben, indem sie gezielt an die dafür verantwortlichen Hemmstoffe im Gehirn binden und sie neutralisieren. Hierfür bietet sich der Sehnerv besonders gut an, weil er im Vergleich zu anderen Nervenstrukturen von außen problemlos einsehbar ist. Die jetzt beginnende Studie zu dem Antikörper “Anti.LINGO-1″  schließt deshalb solche Patienten ein, bei denen als erstes MS-Symptom eine Sehnervenentzündung aufgetreten ist. In einer 20-wöchigen Behandlungsphase, erhalten sie alle vier Wochen das neue regenerationsfördernde Medikament oder alternativ ein Scheinmedikament (Placebo). Patienten, die erstmals unter einer akuten Optikusneuritis leiden und an einer Studienteilnahme interessiert sind, können sich unter Telefon 0351 / 458 7450 oder E-Mail MS@uniklinikum-dresden.de beim Dresdener Uniklinikum melden.Quelle: Pressemeldung des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden vom 4. Juli 2013