Neuer Biomarker für MS identifiziert

Marseille/Heidelberg (sr) – Die Anreicherung von Natrium im Gehirn könnte ein neuer Biomarker für den Grad der Degeneration von Nervenzellen bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) sein. Darauf deuten Ergebnisse  einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus französischen und deutschen Forschern um Dr. Patrick Cozzone vom Zentrum für Magnetische Resonanz in Biologie und Medizin des Nationalen Forschungszentrums in Marseille, Frankreich, hin.Mit einer speziell entwickelten Technik machten die Wissenschaftler Magnetresonanz-Aufnahmen von der Verteilung des Elements Natrium im Gehirn von MS-Patienten. Untersucht wurden insgesamt 26 MS-Patienten, 14 mit einer Krankheitsdauer von weniger als 5 Jahren und 12 mit fortgeschrittener MS (mehr als 5 Jahre). Als Kontrollen dienten 15 gesunde Personen.Dabei zeigte sich, dass bei Patienten mit einer frühen Form der MS eine Natriumanreicherung nur in ganz speziellen Gehirnarealen wie dem Hirnstamm nachzuweisen ist. Bei Patienten mit fortgeschrittener MS ist die Anreicherung im gesamten Gehirn nachweisbar. Die Anreicherung in den für die Ausführung von Bewegungen verantwortlichen Arealen korrelierte dabei direkt mit dem Grad der Behinderung der Patienten.”Der Nachweis einer Natrium-Anreicherung hilft uns, die Multiple Sklerose besser zu verstehen, und kann als Biomarker für das Auftreten von neuer Gehirnläsionen dienen”, so das Fazit der Forscher.Quelle: Wafaa Zaaraoui und Kollegen, Radiology, September 2012, Band 264, Seiten 859-867.